CELLE. Jedes Jahr im Herbst und im Februar sind über 50 Mitglieder des Fischereivereins Früh Auf Celle an den Gewässern unter Leitung des Umweltobmanns Guido Meier unterwegs, um ehrenamtlich Naturschutzarbeit zu leisten. Ein Arbeitsschwerpunkt ist hierbei seit Jahrzehnten das Schwarzwasser. Die potentiell natürliche Fischfauna des Schwarzwassers umfasst laut LAVES (Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit; Stand 2009) vierzehn Neunaugen- und Fischarten, darunter als Leitarten Bachneunauge, Gründling, Hasel, Schmerle und Dreistachliger Stichling. Als typspezifische Arten sind Aal, Bachforelle, Döbel, Elritze, Flussbarsch und Rotauge, als Begleitarten sind Hecht, Quappe und Neunstachliger Stichling aufgeführt.

Die Bestandsentwicklung der Fischfauna wurde seit mehreren Jahrzehnten in dem Abschnitt Brücke Nienhof / Helmerkamp bis Mündung in die Aller durch den Fischereiverein beobachtet und teilweise mittels Elektrofischerei gezielt untersucht. Der Fischbestand sei vor 40 Jahren weitgehend auf die Arten Döbel, Aland, Hasel, Rotfeder, Gründling, Hecht und Aal reduziert gewesen, die allerdings mit einer hohen Individuenzahl auftgetreten seien. Durch die verstärkten Unterhaltungsmaßnahmen aufgrund der zunehmenden Verkrautung des Gewässers, habe der Fischbestand rapide abgenommen. Durch starke Unterhaltungsmaßnahmen im Spätherbst habe man eine Verdriftung der verbleibenden Fische in die Aller feststellen können, so Meier.

Der Fischereiverein habe dieser Entwicklung entgegengewirkt, indem zwei Biotope mit jeweils 2.500 qm auf eigene Kosten angelegt wurden, um Fischen und anderen Lebewesen einen Rückzugsraum nach der Räumung zu ermöglichen. In Zusammenarbeit mit dem Unterhaltungsverband und den angrenzenden Landwirten wird seit Jahren die Südseite des Schwarzwassers bepflanzt, um die Unterhaltung einzuschränken und ein abwechslungsreiches Gewässer als Lebensraum entstehen zu lassen. Auch in 2017 und 2018 sind hierzu Maßnahmen geplant, die insgesamt 560 m neue Bepflanzungsabschnitte umfassen.

Das Eisvogelprojekt zählt ebenfalls zu den Schwerpunkten der Umweltarbeit. Auch in 2017 wurden erneut fünf Röhren eingebaut.
Am Teich in Eicklingen wurden in Zusammenarbeit mit den anderen Vereinen der Pachtgemeinschaft Schutzzonen für Frösche, Wildenten und den Eisvogel eingerichtet. Große Röhrichtbereiche wurden ebenfalls mit einem Betretungsverbot versehen, um den brütenden Arten einen Lebensraum zu bieten. An der Lachte wird seit drei Jahren an 21 Stellen heimischer Kies eingebracht, um Kieslaichern, wie Bachforelle, Döbel, Hasel, Äsche, Barbe, Elritze, einen Lebensraum zu schaffen.

Schließlich werden jedes Jahr Kopfweiden geschnitten, um sie vor dem Auseinanderbrechen zu schützen und den Lebensraum zu erhalten. Der Verein hat über 500 Kopfweiden in Pflege und ersetzt zurzeit alte, umgefallene Bäume durch neue.

 

Eine Antwort zu “Angelverein Früh Auf Celle aktiv im Naturschutz”

  1. C.Brandes sagt:

    Ich finde es immer wieder klasse, wenn ich lese oder auch sehe was dieser Verein für den Umweltschutz tut!
    Christian Brandes, Lachendorf

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