CELLE. Vertreter des „Europabüros“ bzw. des „Europe Direct Informationszentrum Lüneburg beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg waren kürzlich im Rahmen der Europaaktivitäten der Schule zu Gast am Ernestinum. 70 Schülerinnen und Schüler des elften Jahrgangs des Gymnasiums Ernestinum haben darüber diskutiert, wie sie sich ihr Europa vorstellen, welche Wünsche und welche Erwartungen sie an die EU haben. In Form eines moderierten „Europa-Cafés“ tauschten sie sich teils leidenschaftlich über aktuelle Aspekte der Europapolitik aus und erarbeiteten konkrete Vorschläge zur weiteren Entwicklung.

Hier ging es den Schülern um eine bessere Umweltpolitik auf europäischer Ebene ebenso wie um einheitlichere Sozialstandards. Natürlich war auch die im europäischen Vergleich schleppende Digitalisierung Deutschlands für die Schüler ein zentrales Thema. Es überrascht vielleicht nicht, dass der Vorschlag zur „Angleichung des Internet-Standards“ schließlich die größte Zustimmung erhielt. Auf den Plätzen Zwei und Drei folgten die beiden Umwelt-Initiativen. „Die aktuellen Maßnahmen sind unzureichend“, waren die Schüler sich einig.

Das Besondere: Die Vorschläge mit den meisten Unterstützern werden im Anschluss durch Europe Direct an die Europaabgeordneten der Region weitergereicht und die Schüler können auf eine Reaktion auf ihre Ideen und Vorstellungen hoffen. „Wir bekommen in der Regel von mehreren Abgeordneten zeitnah eine Antwort auf die zugesandten Vorschläge, welche wir an die Schulen weiterleiten. Das ist das Tolle an diesem Projekt“, betont Martina Faltin, die für die Organisation des Projektes bei Europe Direct verantwortlich ist. „Im nächsten Jahr finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt. Es ist uns sehr wichtig, für diese Wahlen zu werben.“

Dieses Interesse teilt man am Ernestinum als Europaschule. „Wir freuen uns über diese besondere Gelegenheit, Europas Zukunft ganz praktisch zu diskutieren. Die Methode des Europa-Cafés führt zu erstaunlichen Ergebnissen. Die Schülerinnen und Schüler haben sich sehr gut einbringen können und gehen mit vielfältigen Impulsen aus dieser Veranstaltung“, ist sich Maren Kranz sicher, die das Projekt von Seiten der Schule begleitet.

Möglich wird das Schülerforum durch eine Kooperation des Gymnasiums Ernestinum mit dem Europabüro / Europe Direct Informationszentrum Lüneburg beim Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg. „Wir wollen, dass den Schülerinnen und Schülern die Rechte und Vorteile, die ihnen Europa bringt, bewusst sind, damit sie diese nutzen können. Wir wollen sie aber auch auffordern, sich eine eigene Meinung zu bilden und die EU politisch mitzugestalten“, sagt Anja Penk, Leiterin von Europe Direct Lüneburg. Das Europe Direct Informationszentrum Lüneburg ist in der Region zwischen Elbe, Weser und Aller (ehemaliger Regierungsbezirk Lüneburg) als eine von 41 offiziellen Informationsstellen der EU-Kommission vor Ort in Deutschland tätig. Die Informationszentren informieren über die EU, beraten und stehen den Bürgerinnen und Bürgern nah an ihrem Wohnsitz als europäischer Ansprechpartner zur Verfügung.

http://europedirect-lueneburg.eu/index.php



Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.