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Ministerin Cornelia Rundt begrüßte Pharmazeuten aus ganz Niedersachsen in Celle

Apothekertag widmet sich pharmazeutischen, wirtschaftlichen und politischen Themen

13.05.2017 - 17:54 Uhr     CelleHEUTE    0

CELLE. Mehrere hundert Apotheker, Studierende der Pharmazie sowie pharmazeutisches Personal kamen heute in der Celler Congress Union zum 9. Niedersächsischen Apothekertag zusammen, der noch bis morgen andauert. Cornelia Rundt, niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung leitete die Veranstaltung mit einem Grußwort ein. Auch Celles Bürgermeister Heiko Gevers begrüßte die Anwesenden. Wie Arzneimittel  richtig eingesetzt werden, warum das Alter des Patienten eine große Rolle spielt und welche Arzneimittel neu auf dem Markt sind – um diese und weitere Themen ging und geht es bis morgen Abend in den Vorträgen der Referenten. Wirtschaftliche, rechtliche und berufspolitische Vorträge ergänzen das Programm, das unter dem Motto „Wissen. Impulse. Dialog“ steht.

Fachvorträge, Workshops und zwei besondere Leitbeiträge renommierter Wissenschaftler stehen im Mittelpunkt des Programmes. Am ersten Kongresstag stellte Prof. Dr. Ulrich Jaehde von der Universität in Bonn die Ergebnisse seiner Forschung zur Pharmakotherapie in Alten- und Pflegeheimen vor: „Heimbewohner sind aufgrund ihrer Multimorbidität, Polymedikation, Funktionseinbußen und mangelnder Kommunikationsfähigkeit besonders anfällig dafür, an unerwünschten Medikamentenwirkungen zu leiden.“

Im Anschluss daran wurde bei einer Podiumsdiskussion die „Arzneimitteltherapiesicherheit im Spannungsfeld von Anspruch und Vergütung“ aus Sicht des Geriaters Dr. Olaf Krause, des Apothekers Dr. Alexander Zörner sowie Brigitte Käser, Geschäftsführerin Gesundheitsmanagement ambulant, AOK Niedersachsen beleuchtet. Juristische Beiträge und eine Schulung zum Zeitmanagement ergänzen das Vormittagsangebot.

Dr. Stephan Böhmen, Internist und Kardiologe aus Oldenburg, befasste sich mit dem Lifestyle-Thema „Individuelle Datenvermessung“. Immer mehr Menschen erfassen und analysieren ihre Gesundheitsdaten. Doch welche Auswirkung hat diese Sammelleidenschaft auf unsere Gesellschaft? Mit einem fachärztlichen Vortrag von Prof. Dr. Thomas Herdegen von der Universität Kiel über blutgerinnungshemmende Arzneimittel und der damit verbundenen Beratungsleistung in Apotheken ging der erste Kongresstag zu Ende.

Friedemann Schmidt, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), berichtet am zweiten Kongresstag zur aktuellen politischen Lage. Im Fokus steht dabei die Forderung der Apotheker nach einem Gesetz, das die Präsenzapotheken durch ein Versandhandelsverbot mit verschreibungspflichtigen Medikamenten stärken soll.

„Prognosen sind schwierig, besonders wenn sie die Zukunft betreffen“, zitiert Prof. Dr. Björn Christensen von der Fachhochschule Kiel gerne ein berühmtes Bonmot. Der Kolumnist und Buchautor kommt in seinem Vortrag „Achtung Statistik“ auf unterhaltsame Weise der Qualität und dem Nutzen von Alltagsvorhersagen auf die Schliche. Außerdem stellt am Sonntag der Apotheker und Diplomkaufmann Dr. Thomas Müller-Bohn die Entwicklung des Apothekenhonorars vor. Mit einem Vortrag des Mediziners Prof. Dr. Volker Fintelmann, Präsident der Deutschen Akademie für Homöopathie und Naturheilverfahren in Celle, über die Bedeutung pflanzlicher Medikamente als Bestandteil der in-tegrativen Medizin endet der 9. Niedersächsische Apothekertag.

Begleitet wird der Kongress von einer pharmazeutischen Fachmesse. Hier präsentieren zahlreiche namhafte Hersteller, Softwarehäuser und Unternehmen, die auf den Apothekenbedarf und -betrieb spezialisiert sind, ihre neuesten Produkte, Dienstleistungen und Branchentrends.

Fotos: Peter Müller

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