CELLE. Die einstige Gaststätte „Goldene Sonne“ in der Celler Schuhstraße soll künftig dem tradierten Namen wieder alle Ehre machen. Entsprechend „Grünes Licht“ gab es heute vom Celler Rat im nichtöffentlichen Teil. Die Mitglieder votierten dafür, das Grundstück, welches nach Ankauf durch die Stadt jahrelang ideenlos zerfiel, nebst vier Gebäuden zu veräußern.

Dazu sei die Verwaltung nach eigenen Angaben einen völlig neuen Weg gegangen. OB Dr. Jörg Nigge: „Derartige Objekte schlicht am Markt anzubieten, ist heutzutage nicht von Erfolg gekrönt. Gerade alte Bausubstanz und hohe Auflagen des Denkmalschutzes, machen solche Objekte für Investoren nicht interessant. Hinzu kommt der starke kommunalpolitische Fokus, der es Investoren schon sehr schwer machen kann. Daher haben wir selbst eine Planung nebst Wirtschaftlichkeitsberechnung bis hin zum Bauvorbescheid vorgenommen und das Ganze als ‚Paket‘ ausgeschrieben. Das bot den Interessenten Sicherheit und Vorhersehbarkeit und uns eine Entwicklung, die wir in unserem Sinne beeinflussen können. Ich freue mich, dass wir mit diesem Modellversuch erfolgreich waren.“ Das soll nach dem Willen Nigges erst der Anfang sein. Er möchte eine Sanierungsoffensive starten. „Wir wollen modellhaft zeigen, was rund um diese Objekte theoretisch und praktisch planerisch möglich ist. Das beginnt bei der Idee und reicht bis zur individuellen, mundgerechten Lösung.“

Mit dem Verkauf der „Goldenen Sonne“ sei für Nigge ein weiteres Ziel der Verwaltung verwirklicht. „Es ist mehr als eine Herzensangelegenheit, in der Altstadt wieder attraktiven Wohnraum zu schaffen. Das gehört unabdingbar zu den Anforderungen, die Menschen heute an eine moderne, zukunftsfähige Stadt stellen, dient aber auch der Belebung der Innenstadt, denn derzeit stehen sehr viele Wohnungen leer, weil sie den heutigen Anforderungen nicht entsprechen“, betont der OB.

Entstehen soll in der Schuhstraße künftig Wohnraum in zentraler Lage mit den Vorzügen eines durchgrünten Hofquartiers. Dazu sollen die historischen Baudenkmäler fachgerecht saniert und durch moderne, lichtdurchflutete Neubauten im Hinterhof ergänzt werden. Nigge verspricht, dass „die Umsetzung im Vorfeld selbstverständlich bauordnungs- und denkmalrechtlich vorbereitet wurde.“

Vorausgegangen war im Dezember 2018 ein Auswahlverfahren. Unter anderem per Inserat und auf branchenüblichen Internetplattformen seien Projektentwickler gesucht worden, 13 Interessenten hätten sich in Folge über das Objekt informiert, so die Stadt.



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