Aus Ackerland wird „Blaues Land“ 

Politik Von Anke Schlicht | am Do., 13.02.2020 - 15:41

CELLE. „Die Leute suchen händeringend Bauplätze“, berichtete ein Vertreter der Niedersächsischen Landgesellschaft (NLG) in der aktuellen Sitzung des städtischen Ausschusses für Bau und Stadtentwicklung. Seit einem Jahr führt diese Listen, viel Werbung wurde nicht gemacht, und doch haben sich bereits 300 Interessenten für das geplante Baugebiet in Garßen, das „Blaue Land“, gemeldet.

„Wir hätten das Areal nicht kaufen können. Nun unterstützen wir als Stadt die NLG“, erläutert Stadtbaurat Ulrich Kinder. Die NLG ist ein landeseigenes Unternehmen mit Sitz in Hannover, vorwiegend ist es im ländlichen Raum tätig, zu seinen Aufgaben zählen Flächenmanagement, Bauland- sowie Stadt- und Regionalentwicklung. Noch ist das sieben Hektar große Areal in Garßen landwirtschaftliche Fläche, der Weg für die Umwandlung in Bauland wurde in der Sitzung bereitet.

Mit fünf zu vier Stimmen votierten die Mitglieder für die entsprechende Änderung des Flächennutzungsplanes sowie die Einrichtung eines Bebauungsplanes, der 80 bis 100 Einheiten für Einfamilienhäuser vorsehen wird. 
Stadtbaurat Ulrich wies eingangs auf die große Nachfrage nach Bauland in Celle und Umgebung hin. „Es gibt lange Warteliste. Wir versuchen, den hohen Bedarf durch Innenstadtentwicklung und Ortsrandarrondierung zu bedienen“. Man brauche ein breites Portfolio, entgegnete er der Kritik von Oliver Müller (BSG), es würden keine Vorgaben für ökologisches Bauen, z.B. Photovoltaikanlagen, Dachbegrünung etc., gemacht, zurück. „Gerade im Bereich des Wohnens liegen große Potentiale für Energieeinsparung“, gab Müller zu Bedenken. „Es wird niemandem verwehrt, auf Ökologie zu setzen. Aber jeder soll es sich leisten können zu bauen“, antwortete Kinder. Eine Zersiedelung sieht Müller nicht, die Erweiterung werde angebunden an den vorhandenen Ortsteil. 

SPD, Grüne und AfD begründeten ihre Ablehnung mit dem Argument, kostbare Flächen würden versiegelt, während das Potential der Areale und Gebäude in der Innenstadt noch nicht ausgeschöpft sei. Kinder gab mittels einer Karte einen Überblick, wo innerstädtisch neuer Wohnraum, sozialer Wohnungsbau eingeschlossen, geschaffen werden solle und betonte: „Wir benötigen ein breites Spektrum im Wohnbaubereich.“