HANNOVER. Agrarministerin Otte-Kinast kündigt an, aus dem niedersächsischen Tierschutzplan eine Nutztierhaltungsstrategie machen zu wollen. Die Grünen im Landtag kritisieren scharf, dass der „von allen Seiten anerkannte Tierschutzplan nicht fortgesetzt“ werden solle.

„Der Tierschutzplan wird nicht zu einer Nutztierhaltungsstrategie ausgebaut wie die Ministerin es ausdrückt, sondern vielmehr eingedampft. Es ist bezeichnend, dass das Wort ‚Tierschutz‘ aus dem neuen Titel gestrichen wird“, so Miriam Staudte, agrar- und tierschutzpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion. Es sei offensichtlich, dass die neue Arbeitsgruppe ‚Folgenabschätzung und Machbarkeit‘ eingesetzt werde, um Neuerungen mit dem Hinweis ‚wirtschaftlich nicht machbar‘ zu stoppen. „Die jetzige Agrarministerin beerdigt entgegen den gesellschaftlichen Wünschen den Tierschutzplan von Ex-Agrarminister Gerd Lindemann (CDU), anstatt ihn mit Maßnahmen wie dem Abschaffen der Kastenstände bei Sauen engagiert fortzusetzen. Ministerpräsident Weil sollte von seiner Richtlinienkompetenz Gebrauch machen und diesen Vorstoß stoppen“, so Staudte

Auf Druck der damaligen Opposition habe Agrarminister Gerd Lindemann (CDU) 2011 den Tierschutzplan auf den Weg gebracht. Tierschutzrechtlich nicht akzeptable Praktiken wie Schnabelkürzen oder das betäubungslose Enthornen von Rindern wurden mit zeitlichem Enddatum versehen und gestoppt. Der Tierschutzplan Niedersachsen mit fast 50 Einzelpunkten sei unter der rot-grünen Landesregierung stringent verfolgt worden, betont Staudte.

Mehr dazu: www.ml.niedersachsen.de/ aktuelles/pressemitteilungen/ agrarminister-meyer- tierschutzplan-niedersachsen- laesst-die-sau-raus-und-den- schnabel-dran-157404.html

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.