HANNOVER/CELLE. Nachdem in den vergangenen Wochen vielfach über Lehrermangel und Unterrichtsausfall berichtet wurde, startete Anfang der Woche die Initiative „Jede Stunde zählt? Jetzt zählen wir!“ Unter www.fehlstunden-nds.de können Eltern, Schüler und Lehrer selbstständig den Unterrichtsausfall an den Schulen des Landes eintragen und hierdurch die tatsächlich ausgefallenen Stunden abbilden.

Mit Blick auf die Aussage von Kultusministerin Frauke Heiligenstadt, die Unterrichtsversorgung in Niedersachsen werde im kommenden Schuljahr bei mindestens 98% liegen, möchte die Initiative selbst der Thematik auf dem Grund gehen. Mithilfe des Online-Portals zählen die direkt Betroffenen, wie hoch der Stundenausfall tatsächlich ist. Dabei können sie angeben, an welchen Schulen, in welchen Klassen und in welchen Fächern genau der Unterricht ausgefallen ist. „Das ganze anonym und gemäß den Datenschutzrichtlinien“, versprechen die Organisatoren des Portals. Zusätzlich können Betroffene eintragen, welche Qualität Ersatzmaßnahmen bei Unterrichtsausfall haben.

„Im Mittelpunkt von Schule muss der Unterricht stehen! Deswegen wollen wir sehen, wie viel Unterricht tatsächlich ausfällt und die Politik zur Verantwortung ziehen. Das Portal „Jede Stunde zählt? Jetzt zählen wir!“ wurde bereits 2013/2014 in Schleswig-Holstein durch die Elterninitiative rund um Alexandra Bauer ins Leben gerufen. Der dortige Erfolg und die Resultate gaben den Anstoß für die Initiative in Niedersachsen“, sagt Sindy Czaja, Mutter von drei Kindern und Sprecherin der Initiative.

Damit die Initiative den größtmöglichen Erfolg und hohe Tragweite hat, ruft sie Eltern-, Lehrer- und Schülervertretungen sowie Wirtschaftsverbände dazu auf, das Portal bekannt zu machen und Betroffene zum Mitmachen zu bewegen – schließlich lebe die Initiative vom sogenannten „Schneeballsystem“. Sobald erste Daten vorliegen, werden konkrete Ergebnisse veröffentlicht.

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