CELLE. Alarmiert durch mutmaßlich „mehrere brenzlige Situationen auf dem Schulweg“ fragt sich der Schulelternrat der Katholischen Grundschule Celle seit einigen Monaten, wie die Sicherheit der kleinen Verkehrsteilnehmer gewährleistet werden könne. Viele Gefahren entstünden dadurch, dass gerade die „Großen“ sich nicht immer an die Verkehrsregeln halten und sich über die Tragweite ihres Handelns erst bewusst würden, wenn etwas passiere. Dass es ausgerechnet Eltern seien, die, teils sogar mit Kindern an Bord, als „uneinsichtiger Verkehrsrowdys und Ignoranten der StVO“ auffallen, wurmt den Schulelternratsvorsitzenden Lars Dinglinger.

Auf einem gemeinsamen Treffen mit Vertretern der anliegenden Institutionen, der Stadt und Polizei hätten sich schnell viele Mitstreiter gefunden: Auch seitens des Katholischen Kindergartens und des Kaiserin-Auguste-Viktoria-Gymnasiums habe man angesichts zahlreicher Falschparker und Raser in der Julius-von-der-Wall-Straße Handlungsbedarf gesehen. In Abstimmung mit Carsten Wiechmann von der Polizei, der regelmäßige Kontrollgänge ankündigte, wurde ein Bündel von Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrsaufkommens eingeleitet.

Neben persönlichen Ansprachen wurde im Unterricht und auch auf Elternabenden versucht, alle für eine gegenseitige Rücksichtnahme zu sensibilisieren. Zum Schuljahresbeginn erhielten zudem alle Eltern einen Brief mit dem Appell, Kinder nicht bis in den Klassenraum zu fahren, sondern bereits an den umliegenden, in den Morgenstunden kostenfreien Parkplätzen aussteigen zu lassen.

Auch die Wiederbelebung des „Schulbus auf Füßen“ stieß auf positive Resonanz. Dabei gehen morgendlich die Kinder die letzte Wegstrecke zur Schule gemeinsam, nachdem sie zuvor von ihren Eltern am Parkdeck gegenüber vom Celler Badeland verabschiedet wurden. Aktuell organisieren die Elternvertreter klassenübergreifende „Rückfahrten“ (CELLEHEUTE berichtete).

Zu den jüngsten Aktivitäten der besorgten Eltern zählt das Anbringen von „Achtung Kinder“-Schildern, die von „Radio ffn“ zur Verfügung gestellt wurden. Die erforderliche Erlaubnis zum Befestigen der Schilder auf den angrenzenden Privatgrundstücken stelle dabei kein Hindernis dar. Im Gegenteil: Denn auch der Kirche, der Stiftung St. Josef und den Eltern der Kindergartenkinder läge die Unversehrtheit der Sprösslinge am Herzen.

Foto: Anna Weißmann





Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.