CELLE. Am Sonntag eröffnete die Ausstellung „Gepäck aus der Heimat – Heimat im Gepäck!“ im Mehrgenerationenhaus in der Fritzenwiese. In Koffern, Bildern und Texten haben die Beteiligten ihr Gefühl von Heimat ausgedrückt. Die Besucher stammten aus vielen verschiedenen Ländern, genau, wie diejenigen, die ihr Gepäck gefüllt haben, um anderen ihren Blick auf die Heimat zu öffnen.

„In den Koffern steckt viel Gefühl! Heimatgefühl, aber manchmal auch Heimweh“ sagte Sabine Hantzko bei der Eröffnungsrede.
Gerade die Ausstellungsstücke von Senioren, die in ihrer Kindheit und Jugend Fluchterfahrung und Vertreibung erlebt haben, seien sehr bewegend. Hier zeige sich, wie tief eine Verwurzelung mit Heimat erfolge, aber auch, dass es Einigen gelinge, an mehreren Orten Heimat zu finden.

Die Koffer von Menschen, die ihre Heimat „verloren“ haben, stimmen zum Nachdenken. So auch die vom Künstler Wassem Alahmad, der erst in diesem Jahr aus Syrien nach Celle gekommen ist. Er hat sein Kunstwerk als Gepäck mitgebracht und den ausgestellten Koffer von außen gestaltet. Andere Gepäckstücke sind voller Lebensfreude. So wurde zum Beispiel eine gesamte Heidelandschaft samt Bienen und Schnucken in einem Koffer „beheimatet“. Weitere Inhalte reichen von Puppen mit und ohne Arme und Beine, traditionellen Kleidungsstücken, Rübensirup, bis hin zu einem 100 Jahre alten Taufkleid. Jeder Beteiligte gewährt mit dem Einblick in seinen „Koffer“ auch einen Einblick in sein Verständnis von Heimat. „Sehr nachdenklich wird man!“ schreibt eine Besucherin ins Gästebuch! Eine andere staunt, wie vielfältig Celle ist.

Bewohner des CMS Pfegewohnstiftes Franz-Guizetti-Park beteiligten sich mit Bildern und Texten. Teilnehmerinnen des niedrigschwelligen Deutschkurses im MehrGenerationenHaus füllten Gewürze und Utensilien aus ihren Heimatländern in die Koffer. Auch eine künstlerische Auseinandersetzung fand in Form von Installationen, Bildern und Texten statt. Die Frage „Wie hört sich Heimat an“ beantworteten bei der Ausstellungseröffnung die Künstler Adnan Horo an der Gitarre und „SAC“ und seine Frau Hevi Yusef „Metra“ mit Liedern aus ihrer Heimat.

Die Ausstellung läuft noch bis 26.10.2017 im MehrGenerationenHaus, Fritzenwiese 46. Geöffnet ist sie nach den Herbstferien vom 16.10.-26.10.2017 montags bis donnerstags in der Zeit von 9.00 Uhr – 12.30 Uhr. In den Herbstferien und außerhalb der Öffnungszeiten auch für Gruppen und Schulklassen nach telefonischer Vereinbarung. Mit einem Koffer-Café mit Kaffee und Kuchen (Beginn 15.00 Uhr) endet die Ausstellung am 26.10.2017.  Interessierte sind herzlich eingeladen. Der Eintritt ist frei.

Der Verein Frauenräume in Celle e.V. ist Träger des Kunstprojektes „Gepäck aus der Heimat – Heimat im Gepäck!“. Es wird im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie Leben!“ durch das BMFSFJ gefördert. Informationen unter: 05141/279155; info@mgh-celle.de oder www.mgh-celle.de

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