„Heute ist ein besonderer Tag für Celle und vielleicht ganz Deutschland“, begrüßt Celles Polizeichef Stefan Sengel rund 20 Medienvertreter. Die Freude über die Festsetzung von Axel H. und Rückkehr seiner vier Kinder ist ihm sichtlich anzumerken.

Am Dienstag habe er mit Katja Hüls, der Ehefrau des Festgenommen, noch telefoniert, und ein „gutes Bauchgefühl gehabt, dass wir den Fall lösen. Dass es so schnell geschieht, habe ich auch nicht geahnt“, so Sengel und fährt fort: „Ein solcher Erfolg ist nur mit einem starken Team möglich. Wir alle sind recht erschöpft, niemand von uns hat heute mehr als fünf Stunden geschlafen. Dennoch sind wir alle hoch zufrieden und erleichtert.“ Er bedankte sich für die gute Zusammenarbeit mit der Polizei Lüneburg, dem LKA und BKA sowie den Verbindungsbeamten in Kairo.

Birgit Thieme, Kriminaloberrätin von der Ermittlungsgruppe „Nil“ ergänzt: „Ich freue mich, dass sich die vier Kinder wieder in Deutschland befinden. Sie sind gesund und nach unserem Eindruck wohlbehalten. Alle sind an einem sicheren Ort und verbringen die Zeit mit der Mutter zusammen.“

Die bereits in CelleHeute.de veröffentlichte Chronik stimme mit den polizeilichen Erkenntnissen überein. Ergänzend fügt sie hinzu, dass H. am 9.5. von Ägypten aus in den Sudan gereist sei und am 19.5. wieder zurück. Die in Deutschland konkreten Hinweise auf einen Ferienort in Füssen „kosteten uns viel Zeit und Energie – diese Spur war nicht wahr“. Die Ermittlungen waren schwierig, aber sie hätten die Spur nie ganz verloren gehabt. „Wir sind teilweise an unsere Grenzen gestoßen, weil wir als niedersächsische Polizei keine Möglichkeiten haben, im Ausland tätig zu werden“, so Thieme abschließend. Heute morgen um 11 Uhr landeten schließlich alle in Deutschland.

Oberstaatsanwalt Lars Janßen ist sicher: „Der Erfolg war nur möglich aufgrund der engen Zusammenarbeit der Behörden. Axel H. befindet sich in Deutschland und wird noch heute dem Haftrichter vorgeführt. Nach der Anhörung werden wir über das weitere Vorgehen entscheiden.“

Aktuell: Der Richter verkündete den Haftbefehl und ordnete die Untersuchungshaft an.

Wolfgang Reichert, Kriminaloberkommissar in der Ermittlungsgruppe „Nil“, freut sich: „Unser Leitmotiv war das Kindeswohl, jeder von uns war schnell mit den Gedanken bei ihnen. Insofern hat mich die gestrige Nachricht sehr gefreut. Vom LKA war eine Psychologin eingesetzt. Vor einer Stunde hat sie uns gegenüber angegeben, dass die Kinder vielleicht etwas müde und hungrig seien – aber wer Kinder hat, weiß: Bei einer Reise ist das keine besondere Aussage. Im Hintergrund konnte ich hören, wie die Kinder Spaß hatten.“

Abschließend wurde eine Botschaft von Katja H. verlesen:

„Ich bin überglücklich und unendlich dankbar, dass meine Kinder gesund bei mir sind. Bitte haben Sie Verständnis, dass ich jetzt die ganze Zeit mit Lisa, Miriam, Benjamin und Jonas verbringen möchte. Ich werde mich in Kürze gegenüber den Medien äußern. Ich bitte Sie, meine Privatsphäre zu respektieren und von allen Anfragen Abstand zu nehmen.“

Zur Dauer des Verfahrens entgegneten die Beamten, dass viele Hinweise zu spät kamen oder in Ägypten nicht umsetzbar gewesen seien. Genaue Details zur Verhaftung und seine Motive stünden noch nicht fest. H. hatte sich offenbar häuslich eingerichtet. Janßen stellte klar, dass er die häufig wiederholte Bezeichnung „christlicher Fundamentalist“ nur der Presse entnommen habe nicht nicht von den Behörden stamme.

Notwendige Erkenntnisse hätten erst Ende August vorgelegen, dass sie vorher die ägyptischen Behörden nicht einschalten haben können. Auch sei man anfangs so spät an die Öffentlichkeit getreten, weil „wir die Hoffnung hatten, dass er den gebuchten Rückflug für den 2.5. wahrnimmt“, so Sengel. Anfangs war nur ein Sachbearbeiter, zeitweise bis zu 31 eingesetzt gewesen.

Für uns von CelleHeute.de ist dieser Fall vorerst beendet. Wir werden künftig nur Pressemitteilungen veröffentlichen, die uns ggf. von den Behörden übermittelt werden. Das „private Wühlen“ im Hintergrund überlassen wir der Boulevard-Presse und danken für Ihr Verständnis.

Rückblick:

http://celleheute.de/irgendwann-ist-jeder-kauflich-krumme-geschafte-bei-hermannsburger-kinderentfuhrung/

 

Kommentare sind geschlossen.