NIENHAGEN. Am Freitagabend zeigte die vor kurzem restaurierte Orgel in der St. Laurentiuskirche in Nienhagen, was in ihr steckt. Barbara Dennerlein, eine der weltweit profiliertesten Jazzpianistinnen, entlockte dem Instrument ungeahntes Klangvolumen. Die Kirche hatte sich bis auf den letzten Platz gefüllt. Pastor Uwe Schmidt-Seffers zeigte sich bei seiner Begrüßung erfreut darüber, dass die Kooperation zwischen der Kirchengemeinde, der Gemeinde Nienhagen und der Neuen Jazz-Initiative so viel Zuspruch erfahren habe.

Dennerlein war bereits am 1. Mai angereist, um sich mit dem Instrument vertraut zu machen. „Im Vergleich zu den Registern meines eigentlichen Instruments, der Hammond-Orgel, lassen sich die der Kirchenorgeln schwerer ziehen. Jedes Instrument ist anders und ich stimme meine Vorträge gerne auf die Möglichkeiten, die das Instrument hergibt, ab“, erläuterte die Künstlerin, die sich schon früh den Ruf als „Orgeltornado aus München“ erworben hatte. Wenn es in Nienhagen vielleicht nicht gerade der Tornado war, so präsentierte sie mindestens einen Orgelorkan, mit dem sie die Zuhörer einmal rund um die Welt führte. Vom Blues aus Amerika über ihren „Korean Smile“ und  das Gedenken an gute alte Freunde, von denen sie viel gelernt habe, wie z.B. Horst Jankowski, ging es weiter über einen Kalypso aus Lateinamerika hin zu einer Kollage aus „O Haupt voll Blut und Wunden, Sweet Hearts und ergänzenden neuen Kompositionen“.

Sie führte stets mit einleitenden Worten und kleinen Geschichten durch das Programm. Nach den etwas besinnlicheren Tönen wurde wieder gegroovt und mit dem argentinischen Tango setzte Dennerlein ein weiteres Highlight. Von ihren Aufenthalten in New York, dem wie sie es nannte „Hexenkessel der Musik und Kunst“, hatte sie ihre „New York Impressions“ mitgebracht. Durch eine Videoübertragung war es allen Zuhörern möglich, ihre überragenden Finger- und Fußfertigkeiten an der Orgel mit zu verfolgen und die Zuhörer staunten nicht schlecht, zu sehen, dass auch die ganzen Handflächen und der Unterarm zum Einsatz kamen. Nach einem fast zweistündigen Programm stand die Künstlerin den Fans gerne für Fragen und Autogramme zur Verfügung. Bürgermeister Jörg Makel dankte abschließend noch einmal allen Organisatoren, die an der Realisierung diese herausragenden Abends beteiligt waren, und vor allem der Künstlerin, dass sie sich aus den Metropolen der Welt in das „kleine Dorf“ Nienhagen hinab gewagt habe.

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