LACHENDORF. Die FDP-Fraktion im Rat der Samtgemeinde Lachendorf wendet sich mit einer Presseerklärung gegen die Bestrebungen der Unabhängigen Bürger, Grünen und die Linke, ein Waldgebiet in Lachendorf zu erhalten anstelle dort ein Baugebiet auszuweisen. Die Erklärung, die heute auch im Rahmen der Ratssitzung verteilt werden soll, veröffentlichen wir ungekürzt und unkommentiert. Darin heißt es:

„1. Walderhalt und Volksverdummung

Ein neuerliches Flugblatt der UB/Die Grünen/Die Linken gibt Veranlassung, nochmals auf den Stand der Diskussion hinzuweisen und Falschinformationen als solche auch darzustellen.

In einem Flugblatt behaupten die drei Fraktionen, sie hätten eine „waldschonende Alternative für ein mögliches weiteres Bauland Richtung Ahnsbeck“ ins Gespräch gebracht. Richtig ist, dass der Vorschlag, ein neues Baugebiet gegenüber der Feuerwache in Richtung Ahnsbeck mit der Priorität I von der FDP in Diskussion mit CDU/SPD ins Spiel gebracht wurde und zusammen mit dem Waldgebiet zwischen Wiesenstraße und dem Neubaugebiet Südhang mit der Priorität II als Baugebiet ausgewiesen werden sollte. CDU und SPD verfeinerten diesen Vorschlag zusammen mit den Vertretern der FDP wie folgt:

Es soll ein Gesamtkonzept erstellt werden, unter Erhaltung eines Großteils des Waldes zwischen Wiesenstraße und Südhang und dementsprechend in den nächsten Jahrzehnten umgesetzt werden könnte. Bei einem Gesamtkonzept sollen auch die zusätzlichen Ressourcen, wie zusätzliche Krippenplätze, zusätzliche Kindergartenplätze etc. berücksichtigt werden. Auch das Anlegen eines Waldlehrpfades in dem vorgenannten Gebiet in unmittelbarer Nähe zur Grundschule wurde diskutiert. Einigkeit bestand zwischen FDP, CDU und SPD, dass das Gesamtkonzept unter Mitwirkung der Bürger in den nächsten Jahren zusammen erarbeitet werden kann. Deshalb ist von der Verwaltung zunächst einmal die Aufstellung des Bebauungsplanes für den Teilbereich Priorität II auf entsprechenden Beschluss des Verwaltungsausschusses in die Wege geleitet worden, damit überhaupt erst einmal die Grundlage für zukünftige Planungen gegeben ist. Ein Baugebiet mit der vorgenannten Priorität I erfordert weitere Vorarbeiten, bevor es überhaupt in einen Bebauungsplan aufgenommen werden kann. Der Gemeindedirektor sprach von insgesamt 3 Planvarianten, für deren Grundlage der Bebauungsplan „Am Kreisel Wiesenstraße“ Grundlage ist. Des Weiteren wurde besprochen, dass eine erst noch zu beschließende Festlegung auf eine der Planvarianten zunächst mit den Anliegern in der Straße Albert-Einstein-Ring durchgeführt werden müsste und außerdem die Initiatoren des Bürgerbegehrens ebenfalls informiert werden müssten. Sodann könne eine öffentliche Beteiligung durchgeführt werden.

UB/Die Grünen/Die Linken (gemeint ist in dem Flugblatt wahrscheinlich eher „Die Linke“) machen daraus vereinfachend, es sei „nun beschlossen – was zu befürchten war – dass große Teile des Waldstückes abgeholzt und bebaut werden“. Gewürzt wird das Ganze darüber hinaus mit einer Idee eines anderen Baugebietes, ohne natürlich preiszugeben, dass auch hier Diskussionsergebnisse anderer politischer Gruppierungen einfach abgekupfert und als eigene ausgegeben werden.

2. Angeordnete Empörung

Im vorgenannten Flugblatt fordern Egbert Ehm, Christian Brandes und Fabian Wiegmann jeweils für ihre politische Gruppierung Bürger auf „sehr deutlich ihre Empörung“ zum Ausdruck bringen zu sollen. Jetzt soll offensichtlich der Wutbürger angesprochen werden, ein menschliches Phänomen, welches sich in unserer Gesellschaft leider immer weiter fortpflanzt. Jetzt ist neben der gezielten Falschinformation zusätzlich die Komponente der Aufstachelung gegeben. An und für sich müsste jeder selbst wissen, ob er über bestimmte Maßnahmen, Gedanken oder Planspiele empört ist oder nicht.

3. Neubürgerfeindlichkeit

Grundsätzlich gehören die vorgenannten Vertreter von UB, Grünen und Linke zu den Vertretern, die keine Neubaugebiete in Lachendorf ausgewiesen haben wollen. Dieser Auffassung ist entgegen zu halten, dass Menschen, die noch nicht Bürger der Gemeinde Lachendorf sind, von außen zuziehen wollen. Dieser Auffassung ist weiter entgegen zu halten, dass Menschen, die nach Lachendorf ziehen wollen, hier eine gute bis vernünftige Infrastruktur vorfinden und denen man nicht entgegenhalten kann, dass das Boot voll sei. Hier gilt für die FDP der Grundsatz, Gemeinnutz geht vor Eigennutz. Menschen mit Bedarf nach Wohnraum müssen auch die Möglichkeit erhalten, ihre Idee von den eigenen vier Wänden umzusetzen.

4.

Der Wald zwischen Wiesenstraße und Südhang liegt auf Lachendorfer Gebiet an einer innerörtlichen Straße, die voll erschlossen ist. Das Gebiet gegenüber der Feuerwache liegt an derselben erschlossenen innerörtlichen Straße. Die Abwägung zwischen Walderhalt und tatsächlich bereits vorhandener Nutzung einer Erschließungsanlage ergibt, dass man lediglich die Straßenseite Richtung Aller wechseln muss, um mehrere Kilometer durch Felder, Wälder und Wiesen gehen zu können bzw. die entsprechende Grüne Planstraße nutzen kann bis zur Aller, ohne auf Wohnbebauung zu treffen. Eine derartige Güterabwägung im Hinblick auf den Erhalt eines Kiefernwaldgrundstückes oder die wirtschaftlich sinnvolle Nutzung einer Straße, an der rechts und links zusätzliche Wohnbebauung möglich ist, ergibt die eindeutige Priorität zur Wohnbebauung rechts und links an der Erschließungsanlage entlang auf Lachendorfer Gebiet. Denn jedes andere Baugebiet in Lachendorf an einem anderen Ort hätte zur Folge, dass erheblich größere Eingriffe in den Naturhaushalt vorgenommen werden müssen, weil die Erschließungsanlagenstraße dann erst gebaut werden müsste. Der Wegfall eines Teiles des Waldes würde dadurch kompensiert, dass die Gemeinde Ausgleichsflächen hierfür schaffen muss.

5. Erschließungskosten Wiesenstraße

Die Erschließungskosten der Wiesenstraße sind bisher nur teilweise abgerechnet, weil mit zustimmendem Beschluss der UB-Vertreter die noch nicht bebaute Seite der Wiesenstraße, auf der sich der Kiefernwald befindet, erst nach der Bebauung auf die neuen Grundstückseigentümer umgelegt werden sollte.

6. Haushaltsplan

Im Haushaltsplan der Gemeinde Lachendorf ist der Ankauf der Kiefernwaldfläche enthalten. UB/Grüne/Linke haben nicht gegen den Haushaltsansatz gestimmt.
7. Fazit

Durch den Kiefernwald führt ein Weg, der von der UB träumerisch als Foto genommen wurde für einen Artikel, der sinngemäß überschrieben war mit UB fordert Eilenriede für Lachendorf. Dieser Weg durch den Kiefernwald verbindet die Wiesenstraße mit dem oberen Bereich des Alter Postweg. Er diente als Baustraße, damit das Baugebiet Südhang von Baufahrzeugen angefahren werden kann. Damit wurde auf maßgebliche Initiative des Unterzeichners verhindert, dass der Baulastverkehr direkt an der Grundschule vorbeigeführt werden muss. Es wurden also Kiefern abgeholzt, damit das Baugebiet Südhang überhaupt ohne Gefährdung des Grundschulverkehrs gebaut werden kann. Die Kiefern, die im Baugebiet Südhang standen, wurden ebenfalls abgeholzt. Die Straße Alter Postweg, die den Forellenkreisel vorbei am Gymnasium, vorbei am Neubaugebiet „Am-Immanuel-Kant-Gymnasium“ zum Kreisel Wiesenstraße führt und von dort weiter geht zum Kreisel an der Feuerwache ist auf Lachendorfer Gebiet im hier dargestellten Umfang nicht bebaut, obwohl das Kernstück einer erschlossenen innerörtlichen Straße mit kombiniertem Fuß-/Radweg und entsprechender Beleuchtung vorhanden ist. Die sinnvolle Nutzung dieser Erschließungsanlagen für Neugebiete drängt sich aus wirtschaftlichen Erwägungen und im Hinblick auf den Wohnraumbedarf von Familien mit Kindern eigentlich auf.

Der Bedarf von Menschen, die in ihren eigenen 4 Wänden leben wollen, erfordert die Ausweisung von Baugebieten. Eine Gemeindepolitik unter dem Motto „Das Boot ist voll“ wird es mit der FDP jedenfalls nicht geben. Der Standort Lachendorf ist weiterhin attraktiv zu gestalten. Ein Zuzug von Neubürgern im Bereich erschlossener Flächen ist zu gewährleisten. Insbesondere ist innerörtlich dem demografischen Wandel der Altersstruktur in der Gesellschaft durch den Zuzug von Familien entgegen zu wirken.

Die FDP in der Gemeinde Lachendorf wird auch künftig das System der repräsentativen Demokratie bevorzugen und den schlicht populistischen Bestrebungen mit Argumenten entgegentreten. Empörung wird andern Orts – beispielsweise in Dresden – vorwiegend montags abgerufen. Aufrufe zur „sehr deutlichen Empörung“ sprechen für sich, zumal sie mit falschen Informationen unterfüttert sind.“

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