Log empty
Familienanzeigen Stellenmarkt

Veranstaltungswoche zum Auftakt

Baulicher Meilenstein: Gemeinde Südheide weiht neues Bürgerhaus ein

04.05.2018 - 15:43 Uhr     Susanne Zaulick    0
Architekt Hubertus von Bothmer, Fachbereichsleiterin für Planen, Bauen und Entwicklung bei der Gemeinde Südheide, Katharina Ebeling und Bürgermeister Axel Flader (von links). Fotos: Susanne Zaulick

UNTERLÜSS. Das Blau des Himmels, vor dem sich heute Vormittag das neue Bürgerhaus der Gemeinde Südheide anlässlich seiner Einweihung präsentierte, hätte auch auf der kolorierten Bauzeichnungen kaum schöner sein können. Von einem „herausragenden Bauprojekt“, einem „Meilenstein für die Gemeinde Südheide“, sprach Bürgermeister Axel Flader, der vor rund 130 geladenen Gästen aus Politik, Verwaltung, Bundeswehr, Wirtschaft, Kirche und Kultur einen Rückblick auf die Idee und Verwirklichung des Projektes „Aus Netto-Markt wird Bürgerhaus“ gab.



Im Mai 2012 hatte der damalige Netto-Markt an der Hermannsburger Straße 13 seine Tore geschlossen. Das Gebäude hatte die damalige Gemeinde Unterlüß, die sich zunächst vergeblich um Möglichkeiten einer Nachnutzung bemüht hatte, im Herbst 2014 als Schenkung entgegen genommen. Ab 2015 hatten sich dann Politik und Verwaltung der neuen Gemeinde Südheide mit der Suche nach einer Zukunft für das Areal und das Gebäude befasst. „Nach rund eineinhalb Jahren und drei öffentlichen Bürgerversammlungen hier in Unterlüß war der Entschluss gefasst, aus dem ehemaligen Supermarkt eine Gemeinbedarfseinrichtung für die Bürgerinnen und Bürger der gesamten Südheide zu schaffen“, berichtete Axel Flader.

Mit dem Gebäude, dessen Umgestaltung – inklusive der Entsorgung von Altlasten auf dem Gelände – knapp 2,2 Millionen Euro gekostet hat, stehen nun allen 120 Vereinen, Verbänden und Organisationen in der Gemeinde kostenfrei nutzbare Räumlichkeiten zur Verfügung. Private und gewerbliche Nutzer können den Saal, der auch unterteilt werden kann, und einzelne Räume mieten – dann über ein gewerberechtlich zugelassenes Gaststätten- oder Cateringunternehmen, da man der Schwarzgastronomie vorbeugen und die schonende Nutzung der Räumlichkeiten gewährleisten wolle. Die Firma Rheinmetall habe das Bürgerhaus bereits langfristig für verschiedene, firmeninterne Veranstaltungen angemietet, berichtete Flader.

Der erste Kreisrat Michael Cordioli gratulierte, stellvertretend für den Landkreis, zu dem Bauprojekt und zog Parallelen zur mittlerweile abgeschlossenen Fusion der Gemeinden Hermannsburg und Unterlüß. Die Erkenntnis, dass der aktuelle Zustand nicht tragbar sei, die Suche nach einer Lösung, das Überwinden von Widerständen, Herausforderungen und Überraschungen meistern und am Ende das Leben in der Region zu verbessern, sei aus seiner Sicht bei beiden Prozessen ähnlich verlaufen.

Auf die angedeutete „Überraschung“ nahm Architekt Hubertus von Bothmer, dessen Firma Bothmer Consult den (Um)bau geplant und geleitet hatte, ausführlicher Bezug. Bei den Erdarbeiten war man auf Altöl gestoßen. Rund 2000 Tonnen kontaminierte Erde hätten entfernt werden müssen. Man habe Mühe gehabt, das Gebäude nach dem Aushub stabil zu halten, berichtete von Bothmer. Auf rund 600.000 Euro bezifferte Bürgermeister Flader die Mehrkosten durch diesen „Fund“. Acht Monate habe die Bauverzögerung dadurch betragen. Nichtsdestotrotz zeigte sich auch von Bothmer stolz auf das vollendete Werk, umso mehr, als er ganz zu Anfang „eine kleine Sekunde Mühe“ gehabt habe, sich vorzustellen, wie „wir hier ein Bürgerhaus draus machen sollen“.

Der Pastor der ev. luth. Friedenskirche, Wilfried Manneke, segnete anschließend das neue Gebäude und äußerte den Wunsch, dass hier „Freude, Geborgenheit und gute Gemeinschaft“ heimisch würden. Ein Haus werde erst interessant durch die Menschen, die sich darin aufhalten. „Es liegt an uns, ob es ein lebendiges Haus wird“, so der Unterlüßer Pastor.

Das ehemalige Freizeitzentrum am Hochwald, das den Unterlüßern jahrzehntelang für Veranstaltungen gedient hat, soll abgerissen werden. Seine Sanierung hätte rund 2,3 Millionen Euro gekostet – immerhin doch noch eine Stelle mehr hinter dem Komma als das Bauprojekt an der Hermannsburger Straße.

Programm der Veranstaltungswoche

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.