CELLE. Sebastian Müller, Geschäftsführer der Fleischerei Wild Style GmbH & Co. KG, beschreibt „erhebliche Umsatzrückgänge“ aufgrund der Baustelle „Im Kreise“ und dem Umbau des Nordwalls. Das Geschäft, in der Blumlage in Celle befindlich, habe hierdurch an Kunden verloren.

In einem Leserbrief schreibt er:
„Wir haben, auf Grund der Baustelle „Im Kreise“ und der damit verbundenen schlechten Erreichbarkeit für unsere Kunden, seit Januar erhebliche Umsatzrückgänge und viel weniger Kunden pro Tag. Stammkunden kommen teilweise nur einmal im Monat, weil Sie sich den Umweg nicht wöchentlich antun möchten. Eine Erreichbarkeit aus der Stadt ist mit dem Auto nur über den italienischen Garten möglich. Man kommt aus dem Rest von Celle sonst nur über den Umweg 77er Straße zu uns. Ich habe einen ganzen Haufen Stammkunden gebeten, sich in Ihrem Umfeld umzuhören. Wie wir gesehen werden, welche Meinungen über uns im Umlauf sind, ob wir etwas falsch machen.

Bei über 80 Prozent der Antworten heißt es:
„Ihr macht einen tollen Job, Wir sind froh, dass es Euch in Celle gibt, ihr seid zwar teurer als der Supermarkt, habt aber auch ein sehr hochwertiges Sortiment. Wenn die Baustelle nicht wäre, würden wir viel öfter zu euch kommen“.

Wir sind ein kleines, selbstständiges Unternehmen. Wir befinden uns noch immer in der Gründungsphase. Eröffung war am 25.01.2018. Um so ein Konzept wie unseres zu etablieren, braucht es locker zwei bis drei Jahre. Das haben wir auch eingeplant. Allerdings macht uns die Baustellensituation Im Kreise und auch die im Nordwall einen Strich durch die Rechnung. Wir müssen uns der breiten Masse von Celle immer noch präsentieren. Wir haben schon vereinzelt Anzeigen im Kurier geschaltet. Allerdings sind wir zur Zeit finanziell extrem eingeschränkt, weil wir nicht genau wissen wie es vor der Tür weiter geht.

Wir sind jetzt auf Hilfe von Fürsprechern und Unterstützern angewiesen, die möchten, dass Celle für selbstständige, inhabergeführte Geschäfte und Handwerksbetriebe steht. Die große Werbetrommel können wir kostentechnisch nicht stemmen.

Unsere Kunden sind über den gesamten Raum Celle verteilt. Unser Konzept ist nicht nur auf die Nachbarschaft ausgelegt. Wir bieten regionales Frischfleisch, hausgemachte Wurst, Salate und Konservene an. Brot vom Bäcker Gaues, eine kleine Käseauswahl, Wein, Gewürze, Soßen und unseren Mittagstisch. Zusätzlich gibt es jetzt auch Wurst-Workshops. Diese bestehen aus einer Kombination aus Fleisch zerlegen, Wurst ( Bratwurst) herstellen, die Produkte verkosten usw.
In der Ladenfront haben wir einen gekühlten Verkaufsautomaten eingebaut. Dadurch kann man rund um die Uhr einen Teil unserer Produkte erwerben.

Das alles ist zwar schön und gut. Wenn es aber keiner weiß, oder die die das wissen, schlecht zu uns gelangen können, bringt uns das leider nichts. Wenn wir einfach eine Werbeanzeige mit unserem Logo drucken lassen, wissen die Menschen damit leider nichts anzufangen. Dafür sind wir noch zu unbekannt. Die Weiterempfehlungen und Mundpropaganda funktioniert schon sehr gut. Das reicht aber leider auch noch nicht.“

Hierzu heißt es in der Stellungnahme der Stadt Celle:
„Unsere Wirtschafsförderung steht mit Herrn Müller von „Wild & Style“ bereits in Kontakt. Wir haben volles Verständnis für Sorgen von Gewerbetreibenden, die durch Baumaßnahmen Umsatzeinbußen haben. Gleichwohl ist es auch Aufgabe einer Kommune, die Infrastruktur steig zu verbessern, um damit nicht zuletzt auch eine bessere Erreichbarkeit eben jener Geschäftsleute zu gewährleisten. So auch am Nordwall.

Seitens der Wirtschaftsförderung raten wir Gewerbetreibenden immer, wenn Umleitungen offiziell bekannt sind, ihrem Kundenstamm zu beschreiben, wie sie ihr Stammgeschäft künftig erreichen können.

Aus Richtung Braunschweig ist die Blumlage nach wie vor erreichbar, aus Richtung Innenstadt über einen kleinen Umweg via Wehlstraße, Italienischer Garten. Doch in absehbarer Zeit (Juli/August) verschieben sich die Baumaßnahmen nach Westen gen Theo-Wilkens-Straße. Dann ist auch der Kreuzungsbereich Wehlstraße wieder offen. Damit heißt es wieder wie gewohnt: Freie Fahrt zum Ladengeschäft in der Blumlage.

Unternehmen wie „Wild&Style“ haben zudem gute Erfolgschancen, wenn ein „Empfehlungsmarketing“ aufgebaut wird. Dabei schließen sich ähnliche Geschäfte zusammen, die wie im vorliegenden diesem Beispiel ebenfalls „klein & fein“ sind, um gemeinsam wechselseitig füreinander Werbung zu machen. Dabei ist das „Wild&Style“-Team auch schon aktiv unterwegs. Zudem wird die Wirtschaftsförderung dabei unterstützen, ein Schaufenster oder ähnliches in der Altstadt zu „rekrutieren“, wo das Unternehmen zusätzlich für sich werben kann.

Im Rahmen der „Charmeoffensive Innenstadt“ auf der städtischen Facebook-Seite planen wir, erneut und verstärkt den Nordwall und seine Anlieger einmal mehr in den Fokus zu rücken.“

Eine Antwort zu “Baustellen „Im Kreise“ sowie am „Nordwall“ belasten Geschäft in der Blumlage”

  1. Heiko Masemann sagt:

    Hallo Celler Verantwortlichen, für Straßenbau und Verkehrsplanung!
    Also so langsam bekomme ich einen Hals, in Alencelle, Kreuzung Sternenhaus haus tut sich seit Jahren nichts mehr, Verkehrschaos hoch 3. Aber der Oberhammer ist die Aktion Blumenlage ,Nordwall , es ist eine Sauerei wie da mit den Leuten umgegangen wird die zu Dr. Ehgbal in die Praxis müssen . Aber das ist euch ja eh Egal. Also H. Dr. Nigge, auch wenn sie da nicht für verantwortlich sind, hätte ich von Ihnen ein wenig mehr Überlegung erwartet. Wenn ich in Celle keine Arzttermine hätte, würde ich Celle nicht mehr aufsuchen und meine Einkäufe in Gifhorn tätigen. Ich wette das aus diesen Baumaßnahmen die vielleicht ein halbes Jahr dauern bestimmt 1,5 Jahre werden, weil wieder einige Firmen Pleite gehen. es ist nur Schade das die Verantwortlichen diese Probleme nicht haben. MfG H.M.

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