Baustellenchaos in Wietze - Reaktionen und Optimierungen

Verkehr Von Peter Fehlhaber | am Mi., 28.07.2021 - 16:15

VERDEN/WIETZE. Erklärungsversuche und tatsächliche Optimierungen - die üblichen Reaktionen bei Großbaustellen und unserer Berichterstattung auch in Wietze. Vorweg: Die Beschilderung rund um die Sanierung der B 214 ist nachgebessert worden.

Darüber freut sich nicht nur Wietzes Bürgermeister Wolfgang Klußmann. Dennoch hätte manches aus seiner Sicht vermieden werden können. "Ich kritisiere weiterhin, dass die Detailabstimmung sehr spät und uns Informationen zum Teil nur auf Anfrage mitgeteilt wurden. Ganz wesentlich ist aber, dass die NLStbV (Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr) uns erst vor wenigen Wochen darüber informiert hat, dass die Fahrbahnerneuerung vom Trannberg-Kreisel bis zur Schulstraße (Bauabschnitte 1 – 3) parallel zum grundhaften Umbau im östlichen Verlauf der B 214 stattfinden wird. Bis dahin hatten wir die Information, dass die Fahrbahnerneuerung erst im Anschluss durchgeführt werden soll."

Umleitungsstrecke soll verkürzt werden - aber dadurch längere Staus erwartet

Die Behörde widerspricht teilweise und erklärt, unzensiert und unkommentiert: "We Sie selbst bereits zutreffend erläutert haben, führt insbesondere der Beginn von Straßenbaumaßnahmen regelmäßig zu starken Verkehrsbeeinträchtigungen. Insbesondere ist dies darauf zurückzuführen, dass viele Verkehrsteilnehmer nicht der offiziellen Umleitungsbeschilderung folgen, sondern versuchen, soweit zu fahren, wie es in Anbetracht der Sperrungen möglich ist und anschließend innerörtliche Straßen und Wege oder auch landwirtschaftliche Wege nutzen. Nach den ersten Tagen der Einrichtung von Vollsperrungen ist diese Verhaltensweise üblicherweise zunehmend weniger zu beobachten und die Umleitungsstrecken werden besser angenommen oder noch weiträumigere Umfahrungen genutzt. Gegen die Nutzung von für größere Verkehrsmengen nicht geeigneten Gemeinde- oder Wirtschaftswegen kann nur durch (Teil-) Sperrungen oder Ahndung von Ordnungswidrigkeiten (sofern die Bereiche bspw. nur für Anlieger freigegeben sind) vorgegangen sind. Sofern hier von Seiten der Gemeinde Sperrmaßnahmen gefordert werden, werden wir diese, nach Anordnung durch die Verkehrsbehörde, selbstverständlich umsetzen. Auch stehen wir zu jeder Zeit in enger Absprache mit der Gemeinde, so dass Anpassungen der Verkehrssicherung umgehend vorgenommen werden können, sobald ersichtlich ist, dass dies nötig wird.

Die Anzahl der Bauabschnitte hat sich gegenüber den ersten Planungen nicht geändert. Vor dem Hintergrund der erforderlichen Sicherheitsabstände für die Bauarbeiten wurden insgesamt 8 Bauabschnitte vorgesehen, die jeweils unter Vollsperrungen erfolgen sollten. In Abstimmung mit der ausführenden Baufirma wurden nun eine Lösung erarbeitet, nach der die Bauabschnitte im Bereich der Um- und Ausbaumaßnahmen, mit Ausnahme des Bereiches der Wietzebrücke, im Wesentlichen unter halbseitiger, einbahniger Verkehrsführung erfolgen können, sodass die Verkehrsbeschränkungen in diesen zeitintensiven Bauabschnitten erheblich reduziert werden können. Im Bereich der Wietzebrücke ist diese Anpassung aufgrund der geringen Fahrbahnbreiten aus arbeitsschutzrechtlichen Gründen ausgeschlossen, sodass hier eine Vollsperrung zwingend erforderlich ist.

Im Bereich der Bauabschnitte der Fahrbahnerhaltung kann der Anliegerverkehr, mit Ausnahme der Zeiträume der Asphaltarbeiten, weitestgehend aufrechterhalten werden. Zudem wurde die Aufteilung der Abschnitte nochmals optimiert, um die Erreichbarkeiten der gewerbetreibenden im Bereich der Nienburger Str. zu verbessern.

Durch die zeitgleiche Ausführung der Arbeiten an der Brücke sowie im Bereich der Fahrbahnerhaltung kann die erforderliche weiträumigere Umleitung über Jeversen genutzt werden, um den Verkehr auch um den Bereich der Vollsperrung der Witzebrücke zu führen. Im Anschluss an diese Arbeiten kann dann für die verbleibenden Um- und Ausbauabschnitte eine deutlich kürze Umleitung über die Kreisstraße in Wietze und Südwinsen eingerichtet werden. Die witterungsabhängigen Arbeiten an dem Brückenbauwerk können so frühzeitig, vor Beginn der kalten Jahreszeit durchgeführt werden.

Insgesamt wurden somit Optimierungen vorgenommen, die die Verkehrsbeschränkungen über die Gesamtbauzeit betrachtet reduzieren. Gerade nach Abschluss der ersten Phase der Fahrbahnerhaltungs- und Brückenarbeiten wird der innerörtliche Verkehr erheblich entlastet."

Die erwähnte Umleitung über die Kreisstraße ist zwar kürzer, aber wird nach Ansicht von Experten mehr Zeit beanspruchen, weil dann Staus an der Kreuzung in Südwinsen erwartet werden. Auch heute schon Alltag zur Rushhour ohne Umleitung. 

Der Landkreis Celle ergänzt: "Um die geschilderte Problematik möglichst zu beheben, hat sich der Landkreis Celle gestern mit der Gemeinde, der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und der bauausführenden Firma getroffen. Hierbei wurden von Landkreisseite aus in Abstimmung mit allen Beteiligten Änderungen in der Beschilderung beschlossen. Fahrzeuge, die beispielsweise von Ovelgönne kommen, können nun bis zur Wietzebrücke in Wietze fahren. Zusätzlich wird es eine Anpassung der innerörtlichen Ausweichrouten für die Ortskundigen geben, die nicht die offizielle Umleitungsstrecke nutzen."

Klußmann will daher den Blick nach vorn richten: "Gemeindlicherseits arbeiten wir zur Zeit an einer Einbahnstraßen-/Umleitungsregelung im Bereich Celler Weg / Stechinellistraße in Wieckenberg um dort die Staub- und Geräuschentwicklung schnellstmöglich zu entschärfen. Sobald diese steht, werde ich gerne zeitnah darüber informieren."

"Mittelschweres Chaos" - Nichts geht mehr in Wietze

WIETZE/VERDEN. Irreführende Schilder, heimliche Umleitungsstrecken,  genervte Anwohner - eigentlich eine ganz gewöhnliche Beschreibung einer Straßenumbaumaßnahme im Landkreis Celle. In Wietze führt das jedoch seit gestern zu einem "mittelschweren Chaos", wie Wietzes Bürgemeister Wolfgang Klußmann überzeugt ist.