UNTERLÜSS. Die Niedersächsischen Landesforsten und der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten und Naturschutz (NLWKN) arbeiten beim Fledermausschutz eng zusammen. Ende Juli trafen sich im Waldpädagogikzentrum Ostheide – Haus Siedenholz des Forstamtes Unterlüß die ehrenamtlichen Fledermausexperten aus der Region zum fachlichen Austausch. Unter dem Motto „Arten brauchen Daten“ untersuchten die Fachleute außerdem die fledermausträchtigen Waldflächen im Norden der Landkreise Gifhorn und Celle auf die dort vorkommenden Fledermausarten. Christoph Rothfuchs, der im Forstamt Unterlüß für Waldökologie zuständige Förster erklärt: „Wenn wir hier in den großen Waldgebieten der Südheide bestimmte Fledermausarten erfassen, können wir daraus Rückschlüsse für den Artenschutz ziehen“.

Bevor die Fledermausfachleute allerdings mit der Artenerfassung beginnen konnten, erteilte der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) für diese Aktion die erforderliche artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung. Die Kollegen des NLWKN haben den Workshop dann auch fachlich begleitet. Es konnten unterschiedliche Methoden der Fledermauserfassung an dem Wochenende praktisch vermittelt werden. Insgesamt konnten 9 verschieden Fledermausarten nachgewiesen werden.

„Die Aktion war ein voller Erfolg“, freut sich Ivo Niermann als Initiator der Veranstaltung, „voraussichtlich haben wir in zusammenhängenden Wäldern der Südheide bedeutende Reproduktionsstätten des relativ seltenen Kleinen Abendseglers entdeckt. Andererseits scheinen klassische Fledermausarten kleinerer Waldgebiete hier weniger häufig vertreten zu sein. Bei aller Euphorie muss ich dazu sagen, dass es sich natürlich nur um eine Momentaufnahme handelt. Um diese Aussagen wirklich zu bestätigen, müssten weitere Untersuchungen folgen“.

Hintergrund: In den Niedersächsischen Landesforsten findet Naturschutz auf allen Flächen statt. Es gibt zwar ausgewiesene Natur-, Trinkwasser-, Landschafts- und Naturschutzgebiete, Europäische Schutzgebiete des NATURA 2000-Netzes (FFH-Gebiete und Vogelschutzgebiete) sowie eine Vielzahl von gesetzlich geschützten Biotopen. Das bedeutet aber nicht, dass außerhalb dieser Gebiete kein Naturschutz betrieben wird. Im Gegenteil: Jeder Wald hat Orte, an denen besondere Pflanzen und Bäume wachsen oder seltene Tiere leben. Aus diesem Grund setzen die Niedersächsischen Landesforsten nicht nur auf den Schutz in gesetzlich festgelegten Gebieten, sondern leisten mit der Umsetzung des Landesprogramms zur Langfristigen Ökologischen Wald-Entwicklung (LÖWE) auf ganzer Fläche einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der biologischen Vielfalt im Wald.

 

 

 

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