HANNOVER. Wie barrierefrei sind die Frauenhäuser in Niedersachsen? Das hat der Sozialverband Deutschland (SoVD) überprüft. Die Ergebnisse stellt er anlässlich des „Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen“ am 25. November vor.

„Gewalt gegen Frauen ist immer noch ein weit verbreitetes Problem. Für viele Betroffene sind Frauenhäuser die letzte Zuflucht. Dabei ist es wichtig, dass diese Einrichtungen für Frauen mit Behinderung leicht zugänglich sind – denn sie sind zwei- bis dreimal häufiger von körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt betroffen“, so der SoVD Niedersachsen. Da es bislang jedoch keine Übersicht gebe, welche der 42 Frauenhäuser in Niedersachsen barrierefrei sind, habe der SoVD als größter Sozialverband Niedersachsens die Einrichtungen anhand eines speziell entwickelten Fragebogens überprüft.

Das Ergebnis: Es gibt nur sehr wenige Häuser, die etwa einen barrierefreien Zugang zu den Etagen, ein barrierefreies Zimmer oder entsprechende Sanitäranlagen haben. Gute Beispiele seien hier etwa die Frauenhäuser in Aurich, Braunschweig, Hannover, Lüchow-Dannenberg und Verden. „Einige Einrichtungen sind zwar dabei, das Thema Barrierefreiheit anzugehen. Doch der Weg ist noch weit. Die meisten Häuser sind nicht barrierefrei“, stellt SoVD- Landesfrauensprecherin Roswitha Reiß fest.

Um das zu ändern, hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung eine Million Euro für entsprechende Umbaumaßnahmen bereitgestellt. „Das ist zwar das richtige Signal. Allerdings müssen kontinuierlich Fördermittel zum inklusiven Ausbau zur Verfügung stehen, damit das Geld auch langfristig bei den Frauenhäusern ankommt“, fordert Reiß. Zudem müssten die Mittel gestaffelt werden, damit auch kleinere Umbaumaßnahmen umgesetzt werden können.

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.