CELLE. Nicht zum ersten Mal, aber zum ersten Mal in Celle zeigte Peter von Sassen auf Einladung der Bibliotheksgesellschaft seine Multimediaschau über Leben und Werk Astrid Lindgrens. Er hatte das Glück, Astrid Lindgren im Jahre 1993 persönlich kennen und schätzen zu lernen und reiste für die Ausgestaltung seines Vortrags 2013 noch einmal persönlich durch Südschweden um sich mit Wegbegleitern der Autorin zu treffen und Interviews zu führen, und um Spuren zu suchen. In der so entstandenen Schau wechselten sich dann alte Familienfotos mit Tonaufnahmen der Interviewpartner ab, untermalt mit Bildern der schwedischen Landschaft, die von liebevoll illustrierten Bildern und kurzen Lesungen aus den berühmten Kinderbüchern verbunden wurden. Astrid Lindgren und ihre Geschichten sind scheinbar überall in Småland präsent – zumindest bekam das Publikum diesen Eindruck.

Ihre glückliche Kindheit in Südschweden war ein nie versiegendes Reservoir, aus dem sie mit blühender Fantasie die schönsten Geschichten für Klein und Groß erdachte, obwohl sie in einer Zeit aufwuchs, in der es viele Steine und wenig Brot gab. „Dennoch hatte sie eine tolle Kindheit und eine liebevolle Familie, die sich in ihren Büchern widerspiegelt“, so von Sassen.

Beeindruckend ist auch, welche Spuren Astrid Lindgrens in Schweden noch heute zu finden sind, kurz nach ihrem 111. Geburtstag. Sei es ihre Wohnung in Stockholm oder ihr Sommerhaus, das Lotsenhaus oder der Hof ihrer Kindheit. Aber auch der Themenpark in Vimmerby, dem Geburtsort der Kinderbuchautorin, wo ihre Geschichten wieder zum Leben erweckt werden. Hier trifft der Besucher auf Pippi Langstrumpf, Michel aus Lönneberga, die Kinder aus Bullerbü, Madita, die Brüder Löwenherz, Mio, Kalle Blomquist, Karlsson vom Dach und Ronja Räubertochter.

Der Abend war eine großartige Gelegenheit, der bis heute weltweit beliebtesten und erfolgreichsten Kinderbuchautorin und Trägerin des alternativen Nobelpreises zu gedenken. Tatsächlich hatte Peter von Sassen Recht mit seiner Ankündigung: „Wenn die Besucher der Show es zulassen und sich mitnehmen lassen, kann es ein sehr emotionaler Vortrag werden“. Das angekündigte Porträt voller Wärme und Nähe war ein besonderes Erlebnis.

 

 





Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.