CELLE. Zum fünften Jahrestag des Genozids in Şengal (Shingal) finden am 3. August bundesweit Gedenkaktionen statt. In Celle beginnt die Veranstaltung um 11 Uhr auf dem Großen Plan. Die Celler Stadtrats- und Kreistagsabgeordnete Behiye Uca (Die Linke) unterstützt das Anliegen, den 3. August zum internationalen Gedenktag des Feminizids/Genozids an den ÊzidInnen zu ernennen sowie eine strafrechtliche Verfolgung der Täter, Anstifter, Beihelfer und Unterstützer national und international, insbesondere die Verfolgung der Staaten, die darin verwickelt sind. Terroristen des Islamischen Staats hatten im August 2014 mehr als 10 000 Angehörige der Êziden im Sindschar-Gebirge eingekesselt. Sie nahmen Tausende Frauen und Kinder gefangen und versklavten sie. Tausende Männer wurden getötet.

In diesem Zusammenhang hinterfragt Uca ein Urteil des Niedersächsischen Oberverwaltungsgerichts, das keine Gefahr einer massenhaften Verfolgung von Eziden im Norden des Iraks mehr erkennen wolle und deshalb die Asylanträge eines irakischen Eziden und seiner Schwester abgelehnt habe: „Rund 300.000 Menschen leben in Flüchtlingslagern im Nord-Irak und sehen nach wie vor keine Chance auf eine Rückkehr in ihre Heimatdörfer – und dies auch, weil es vereinzelt immer noch Anschläge von IS-Terroristen gibt, zum anderen aber auch die Türkei regelmäßig die Region bombardiert“. Es brauche große internationale Anstrengungen, um die Region sicher zu machen und eine Rückkehr zu ermöglichen. Erst letzte Woche seien zwei Êziden in Sengal ermordet worden. Uca meint: „Mag sein, dass der IS zurückgedrängt worden ist, aber ganz besiegt ist er nicht“. Sie ruft die Êzidinnen und Êziden auf, an den in vielen deutschen Städten stattfindenden Aktionen teilzunehmen.





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