"Bei uns ist jeder Patient sicher" - Covid 19-Patienten werden im AKH in separatem Bereich behandelt

Medizin Von Extern | am Mo., 27.04.2020 - 16:49

CELLE. Die Corona-Krise hat in den vergangenen Wochen auch im AKH Celle einen breiten Raum eingenommen – und wird diesen wohl auch noch einige Wochen lang beanspruchen, so Tobias Mull, Leiter der Unternehmenskommunikation am AKH. Doch gibt es natürlich derzeit nicht nur Covid-19-Erkrankte zu behandeln, es stehen auch dringend notwendige Operationen, Endoskopien oder andere Eingriffe an. Daher laute die klare Aussage des AKH Celle: "Bei uns ist jeder Patientin und jeder Patient sicher, es sollte deshalb nicht gezögert werden, bei Beschwerden ins Krankenhaus zu kommen."

Denn das AKH habe von Anfang an darauf gesetzt, die Covid-Erkrankten in einem isolierten Teil des Klinikums zu behandeln. Dazu wurde sozusagen „ein Krankenhaus im Krankenhaus“ geschaffen, die Corona-Station also räumlich strikt getrennt vom übrigen Bereich. „So muss sich keine Patientin und kein Patient Sorgen machen, die Sicherheit ist gewährleistet“, sagt AKH-Sprecher Tobias Mull. 

Das Resultat dieser strikten räumlichen Trennung: Bislang sei es noch zu keiner Ansteckung eines Patienten mit dem Corona-Virus im AKH gekommen. Dazu hätten auch die weiteren Sicherheitsmaßnahmen beigetragen, die im AKH Celle ergriffen worden sind.  Noch immer gilt zum Schutz der Patientinnen und Patienten sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beispielsweise ein allgemeines Besuchsverbot, das von einem Sicherheitsdienst kontrolliert wird. „Dieses Verbot lässt nur wenige Ausnahmen zu und wird entsprechend der Lage immer wieder angepasst“, erläutert Mull. So ist etwa die in der Hochphase der Pandemie eingeführte Regelung für frischgebackene Väter zuletzt wieder etwas gelockert worden – auf der sogenannten Wöchnerinnenstation dürfen die Patientinnen einen Besucher pro Tag empfangen. 

Alle Patientinnen und Patienten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Besucherinnen und Besucher erhalten zudem beim Betreten des Krankenhauses einen kostenlosen Mund-Nasen-Schutz (MNS), um das Risiko für Tröpfcheninfektion zu senken. Und: Jeder Patient – unabhängig von den Beschwerden – werde bei der stationären Aufnahme mittels Abstrich auf das Corona-Virus getestet. „So können auch Infizierte, die keine Symptome zeigen, schnell erkannt und so eine stille Ausbreitung der Infektion verhindert werden“, sagt der AKH-Sprecher. 

Patientinnen und Patienten mit Covid-verdächtigen Beschwerden würden ohnehin sofort isoliert und getestet, gelten sie doch als „Verdachtsfälle“. Ist der Test negativ, geht es weiter auf die Normalstationen – dort werde dann ihr eigentliches Leiden gezielt und spezialisiert behandelt. Bei einem positiven Testergebnis bleiben die Patientinnen und Patienten im Isolierbereich des Klinikums und werden dort von einem multidisziplinären Ärzte- und Pflegeteam weiterbehandelt. 

Die Sicherheits-Anforderungen in diesem Bereich sind laut Mull hoch: Dort darf nur mit spezieller Schutzkleidung gearbeitet werden - und es besteht eine strenge Isolation der Patienten vorwiegend in Einzelzimmern. Besuche sind hier nur bei schwerstkranken Patienten nach Anmeldung gestattet. Farbige Drehräder an den Zimmertüren weisen das Personal auf die jeweilige Infektiosität der Patientin beziehungsweise des Patienten hin, sodass hier individuell reagiert werden kann. 

Mit all diesen Maßnahmen werde die höchstmögliche Sicherheit gewährleistet, dass im AKH Celle alle Covid-Erkrankten fachgerecht versorgt werden und gleichzeitig dringend notwendige Eingriffe bei allen anderen Patientinnen und Patienten durchgeführt werden können. "Nur wegen Corona haben andere Erkrankungen oder Leiden ja nicht abgenommen. Einige Menschen sind jedoch unsicher, in der derzeitigen Situation ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen oder ins Krankenhaus zu gehen", so Tobias Mull, der an alle Menschen appelliert, bei Beschwerden auch ins Krankenhaus zu kommen.