BERLIN.  Das Konsortium Elternchance zieht eine positive Zwischenbilanz: Über das Programm „Elternchance“ werden mehr und mehr Elternbegleiterinnen und -begleiter ausgebildet. Sie unterstützen insbesondere Familien in benachteiligenden Lebenslagen bzw. Familien mit Fluchterfahrung darin, die Kompetenzen ihrer Kinder zu erkennen und zu stärken. Das Projekt und die Weiterqualifizierung Elternbegleiter wird getragen von den Verbänden: Arbeiterwohlfahrt Bundesverband e.V. (AWO), Arbeitsgemeinschaft für katholische Familienbildung AKF e.V., Deutsche Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Erwachsenenbildung e.V. (DEAE), evangelische arbeitsgemeinschaft familie e.V. (eaf), Katholische Bundesarbeitgemeinschaft für Einrichtungen der Familienbildung sowie Paritätisches Bildungswerk Bundesverband.

Faire Bildungschancen von Kindern sind eng mit der Förderung und Begleitung verknüpft, die Kinder im Elternhaus erfahren. Das vom Bundesfamilienministerium und europäischen Sozialfonds geförderte Programm „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ will Benachteiligungen abbauen, für Bildungsprozesse sensibilisieren und Familien dabei unterstützen, ihre Potentiale auszuschöpfen. Eine besondere Rolle kommt dabei den Fachkräften in den Einrichtungen der frühkindlichen Betreuung, wie Kindertagesstätten, Eltern-Kind-Zentren, Familienbildungsstätten und in Horten zu. Sie sind es, die den Zugang zu den Eltern und Kindern haben. Ihre Arbeit will das Programm fördern.

Mit Mitteln in Höhe von 3 Millionen Euro jährlich werden seit 2011 haupt- und nebenamtlich Aktive der Familienbildung zu professionellen Elternbegleiter ausgebildet. Das Konsortium Elternchance hat die Weiterqualifizierung entwickelt und bringt sie als einer von zwei Trägern in die Fläche.

„Bildungsprozesse gelingen vor allem dann, wenn Eltern ihre Kinder von Anfang an selbstbewusst und kompetent auf dem Bildungsweg begleiten und in ihnen die Freude am Lernen erhalten können“, sagt Andreas Zieske, Sprecher des Konsortiums Elternchance. „Unsere in Achtsamkeit und dialogischer Haltung ausgebildeten Elternbegleiter erreichen verstärkt auch jene Mütter und Väter, die institutionellen Angeboten bislang eher zurückhaltend gegenüberstanden.“

Durch ein innovatives, wissenschaftlich fundiertes Curriculum werden die Fachkräfte in wirksamer Unterstützung von Eltern und neuen Formen der Bildungsbegleitung geschult. Eine besondere Bedeutung nimmt dabei die dialogische Grundhaltung ein, die durch ihren Perspektivwechsel Mütter, Väter und Kinder darin bestärkt, eigene Stärken (wieder) wahrzunehmen. „Für uns ist es wichtig, dass Eltern aktiv Einfluss nehmen können auf die Bildung ihrer Kinder“, sagt Zieske, „deshalb muss Familie als zentraler Lern- und Lebensort von Kindern wertgeschätzt und gestärkt werden.“

Dass sich sechs Bundesverbände zu einem gemeinsamen Projekt zusammenschließen, ist in der Familienbildung einmalig. Doch die Idee des Projektes überzeugte, meint Zieske: „Eltern zum Handeln zu ermutigen und damit dazu beizutragen, dass auch Kinder in benachteiligenden Lebenssituationen eine echte Chance bekommen, die ihnen die eigenen Eltern ermöglichen und nicht „allwissende Fachleute“, ist in unseren Augen gelungene Familienbildung. Deshalb haben wir unsere Kräfte gebündelt.“

Rund 8.000 Fachkräfte der Familienbildung wurden insgesamt seit 2011 im Bundesprogramm „Elternchance ist Kinderchance“ und nun im Folgeprogramm „Elternchance II – Familien früh für Bildung gewinnen“ bisher bundesweit qualifiziert. Bis 2020 soll das Programm noch weiterlaufen.

Interessierte können sich hier über Kurse in ihrer Nähe informieren und sich für die Weiterqualifizierung anmelden:

www.konsortium-elternchance.de

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