BERGEN. Wie können Roxhüllener Bürger vor der allzu großen Nähe bzw. Anzahl von Windkraftanlagen geschützt werden? Diese Frage stand in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Stadtplanung und Umweltschutz im Mittelpunkt. Beim Ringen um eine Formulierung, die darauf abzielt, den Abstand zu Streusiedlungen wie Roxhüllen zu vergrößern, verfolgten alle Ausschussmitglieder dasselbe Ziel.

Die Stadt Bergen ist aufgerufen, im Rahmen der Beteiligung der Träger öffentlicher Belange eine Stellungnahme abzugeben zum Entwurf des Landkreises für ein neues Regionales Raumordnungsprogramm. Die SPD-Fraktion hatte im Vorfeld einen Antrag formuliert, in dem die Einwirkung der Stadt auf die Abstandsregelung für Windkraftanlagen zu Splittersiedlungen gefordert wird. Wer etwas fordert, muss an anderer Stelle auch Entgegenkommen zeigen, waren sich die Ausschussmitglieder einig. Sie stimmten dafür, den Abstand von Windenergieflächen zu Wald von 100 auf 25 Meter zu verringern. Demgegenüber steht die Forderung, nicht gleichzeitig eine „Umzingelung“ mit Anlagen und einen Abstand von 600 Metern zur Bebauung bei Streusiedlungen zuzulassen.

Beim Thema Umzingelung geht es für Bergen sowohl um geplante, als auch bereits vorhandene Anlagen. Der Landkreis berücksichtige demgegenüber bei seinen Betrachtungen die schon existierenden Anlagen, zum Beispiel bei Grauen nicht, da sie eine niedrigere Nabenhöhe hätten und kein „Repowering“ (Anpassung an den aktuellen Stand der Technik) vorgesehen sei, informierte der allgemeine Vertreter des Bürgermeisters, Frank Juchert. Dennoch könnten diese Anlagen noch 20 bis 25 Jahre laufen und würden somit in diesem Zeitraum zur „Umzingelung“ beitragen.

Die Politiker aller Parteien und Fraktionen sprachen sich für 1000 Meter Abstand auch zu Streusiedlungen aus. Vorrangflächen für Windenergie seien nach dem Kriterium des „objektiv höchsten Schutzes der betroffenen Menschen“ auszuweisen, wurde einstimmig als Formulierung für die Stellungnahme beschlossen.

Weitere Themen, die der Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogrammes beinhaltet, sind für Bergen das Wohnraumversorgungskonzept und die Einstufung als „Grundzentrum“. Damit ist man in der Nordkreisstadt allerdings nicht glücklich. Gewünscht und in der Stellungnahme gefordert wird eine Aufwertung zum „Grundzentrum mit mittelzentralen Teilfunktionen“. Dies würde die Chancen, zum Beispiel auf Unterstützung zum Erhalt bestimmter infrastruktureller Einrichtungen durch das Land, erhöhen. Dass im ganzen Landkreis keine andere Kommune als Celle höher eingestuft wird, als ein Grundzentrum, stößt in Bergen auf Unverständnis.

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