Bergener Rettungsschwimmer erfolgreich bei den Landesmeisterschaften 2019

Wassersport Von Redaktion | am Mi., 17.04.2019 - 13:45

LANGENHAGEN. Vom 11. bis 14. April 2019 fanden in Langenhagen die diesjährigen Meisterschaften der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft im Rettungsvergleichsschwimmen für die Jugendlichen, Erwachsenen und junggebliebenen Senioren aus Niedersachsen statt. 18 Teilnehmerinnen & Teilnehmer kamen davon aus der Ortsgruppe Bergen. In Einzel- und Mannschaftsdisziplinen wurden in zwei Schwimmbädern parallel die Wettkämpfe ausgefochten.

Den Beginn machten am Freitagmorgen um 07:30 Uhr die Mädchenmannschaft der Altersklasse (AK) 13/14 weiblich (w) mit Tessa Zander, Thanee Hartwich, Lena-Marie Kohrs und Xenia Weber mit ihren Betreuern Erik Schledermann und Dominik Sokolov. Im Wettkampfbecken der Wasserwelten Langenhagen mit fünf Gegnern parallel lieferten sie sich einen harten Wettstreit mit 19 weiteren Mannschaften. In den Disziplinen 4x25m Puppenstaffel, 4x50m Gurtretterstaffel und der 4x50m Rettungsstaffel erschwammen sie sich einen starken 15. Platz. Besonders in der Rettungsstaffel konnten sie ihr Können unter Beweis stellen. Hier schwimmt die erste 50m Freistil mit Flossen, die zweite Starterin muss erst eine Strecke von 25m mit Flossen Tauchen und dann 25m Freistil schwimmen, abtauchen und die dritte Schwimmerin einen mit Wasser gefüllten Rettungsdummy vom Grund bergen, diese schleppt die Puppe sodann 50m ohne Flossen und übergibt sie an die vierte Schwimmerin die die gleiche Strecke nochmals, aber diesmal mit Flossen, zurücklegen muss. Hier kamen die Bergener Mädels auf die neuntbeste Zeit. Dazu Xenia Weber: „Leider waren zwar alle viel schneller, aber wir hatten viel Spaß“. Am Ende erreichten sie grandiose 2202,70 Punkte.

Im Anschluss gingen die Mädchen der AK 15/16 w, die den Vormittag im Programmbereich der Landesjugend u.a. dem Ziehen von Kerzen verbracht hatten an den Start. Für Anna Lena Hansen, Marina Rabe, Mara Woiwood und Ida Ohlhoff hieß es um 12.30Uhr Einschwimmen und Aufwärmen. Ihr Betreuer Marc Hansen begleitete sie durch die harten Wettkämpfe gegen viele weitere Mannschaften. Auch sie mussten sich in den Disziplinen 4x25m Puppenstaffel, 4x50 Gurtretter- und 4x50m Rettungsstaffel mit den Anderen messen. Mit 2356,42 Punkten belegten sie einen sehr guten Platz 16.
Der Sonnabendvormittag stand ganz im Zeichen der Einzelstarter. Dominik Sokolov und Erik Schledermann machten sich auf in die Wasserwelten Langenhagen und die „Senioren“ Franziska Hohls, Christopher Gaede, Katharina von Hartz, Sebastian Behrendt und Hans-Heinrich Koscielny trafen sich um 7 Uhr im Fösse-Bad.

Dominik Sokolov startete in der Altersklasse 15/16m in den Disziplinen 50m Retten, 100m Retten mit Flossen und 100m Hindernisschwimmen. Er hatte die meisten Konkurrenten von allen Teilnehmern dieses Jahr und musste sich gegen knapp 40 weitere Starter behaupten. Mit 17753,67 Punkten belegte er einen starken 27. Platz. Vor allem in der Disziplin 100m Retten mit Flossen zeigte er mit einer Zeit von 1:10,57 eine hervorragende Leistung. Hier muss der Schwimmer erst 50m mit Flossen im Freistil anschwimmen, dann eine gefüllte Puppe vom Grund aufnehmen und diese dann weitere 50m abschleppen.

Erik Schledermann ging in der Altersklasse 17/18 an den Start und musste sich mit 25 weiteren Schwimmern messen. In den Disziplinen Superlifesafer, Lifesafer, 100m Retten mit Flossen & 50m Retten schwamm er sich mit 1664,81 Punkten auf Platz 24. Besonders die anspruchsvolle Übung 200m Superlifesafer verlangte hier alles von ihm ab. Hierbei schwimmt der Schwimmer erst einmal 75m im Freistil, bringt dann eine gefüllte Puppe an die Oberfläche und schleppt diese 25m, schnell werden dann am Beckenrand bereitliegende Flossen angezogen und ein Gurtretter umgelegt, 50m Freistil mit Flossen geschwommen und in einem letzten Schritt mit dem Gurtretter eine am Beckenrand gehaltene Puppe erfasst und diese weitere 50m abgeschleppt. Gerade das richtige Anlegen des Gurtretters an die Puppe ist bei dieser Disziplin ein entscheidender Faktor.

Im Fösse-Bad ging es zeitgleich etwas ruhiger wenn auch nicht weniger spannend und dramatischer zu. Parallel zu den Meisterschaften der DLRG Landesjugend trafen sich hier die Senioren, man zählt diese ab einem Alter von 25 Jahren, zu deren Landes-Seniorenmeisterschaften.

Franziska Hohls und Christopher Gaede starteten in den Altersklassen 25w und 25m, Katharina von Hartz in der AK 30w, Sebastian Behrendt in der AK 35m und Hans-Heinrich Koscielny in der AK 65m.
Franziska kam mit 1755,97 Punkten auf Platz 15 und Christopher mit 1634,24 Punkten auf Platz 18, Katharina erreichte mit 1945,29 Punkten Platz elf und Sebastian Behrendt Platz vier mit 1645,19 Punkten. Alle vier mussten die Disziplinen 50m Retten, 100m Retten mit Flossen und 100m Hindernisschwimmen absolvieren.

Hans-Heinrich war auch in diesem Jahr unser Ältester Teilnehmer. Mit 67 Jahren gehörte er zu den zehn ältesten Teilnehmern überhaupt. 50m Freistil, 50m kombiniertes Schwimmen, bestehend aus 25m Freistil und 25m Rückenschwimmen ohne Arme und 25 Schleppen einer Puppe waren die Disziplinen bei denen er an den Start ging. Mit 1689,65 Punkte erschwamm er sich Platz vier und verfehlte nur knapp eine Medaille.

Am Mittag füllte sich das Fösse-Bad zusehends und auch die letzten Teilnehmer der Ortsgruppe Bergen fanden sich in Hannover ein. Die Mannschaftsentscheide der Senioren-Meisterschaften standen an. Ute Behrje und Janine Hekter gesellten sich zu Katharina und Franziska und bildeten die Mannschaft AK 140 w und zu den Männern stieß Christoph Hilmer. Das Team ging als AK 170m an den Start.

Die Teilnehmerfelder in diesen Altersklassen sind nicht mehr so groß, aber die Entscheide in der AK 140w waren mit Sicherheit die Spannendsten des Tages. In der Ersten Disziplin gelang den Mädchen bei der 4x25m Puppenstaffel gleich zu Beginn ein Paukenschlag, sie siegten in diesem Durchgang vor allen anderen vier Mannschaften. Die nächste Disziplin war die 4x50m Gurtretterstaffel. Diesmal lag die Mannschaft aus Hagen im Bremischen knapp vor den Bergener Damen. Im dritten Durchgang, der 4x50m Meter Rettungsstaffel, siegten die Damen aus Bergen erneut nach einem harten Kopf an Kopf Rennen. Doch dann gab es kurz Aufregung im Schwimmbad.

Drei der fünf Mannschaften sollten Strafpunkte erhalten, angeblich Wechselfehler bei den Übergaben der Puppe an die nächste Schwimmerin. Dieser Umstand und die knappen Zeitabstände brachten noch einmal richtig Pfeffer in die letzte Disziplin, der 4x50m Hindernisstaffel. Die OG Bergen erschwamm sich hier die zweitbeste Zeit wieder knapp hinter der Mannschaft aus Hagen im Bremischen. Vize-Landesmeister, die Freude war verhalten, denn sicher konnte man sich noch nicht sein, es standen ja noch die Einsprüche aus den Strafpunkten aus. Erst nach dem Wettkampf wurde die Entscheidung bekannt gegeben, dass allen Einsprüchen stattgegeben wurde, da es sich um einen Tippfehler im Wettkampfbüro handelte. Nun konnten sich die Bergener Damen endlich über den Vize-Landesmeistertitel freuen und das taten sie auch. Im Übrigen nur knapp geschlagen, genauer gesagt nur um 9,71 Sekunden auf die 700m, Schwimmstrecke, also 35Hunderstel pro Bahn.

Die Männermannschaft in der AK 170m hatten die gleichen Wettkämpfe wie die Damen zu absolvieren, allerdings war das Feld hier aufgeteilt auf zwei Durchgänge. In Ihren Läufen konnten sie sich in allen Disziplinen souverän Durchsetzen, im Vergleich zu allen teilnehmenden Mannschaften ihrer Altersklasse reichte es zu einem guten fünften Platz von sechs mit 2417,16 Punkten.

Erschöpft aber fröhlich ging es sodann Samstagabend für alle Teilnehmer der OG Bergen zur Siegerehrung der DLRG-Landesjugend im Veranstaltungszentrum der IGS Langenhagen, wo man für dieses Wochenende auch Quartier in Klassenräumen bezogen hatte. In einem feierlichen Rahmen wurden hier alle Einzel- und Mannschaftsschwimmerinnen und -schwimmer geehrt, und natürlich auch die Damen der AK 140w. Glücklich nahmen sie Ihre Silbermedaillen auf dem Treppchen entgegen.
Im Anschluss an die Siegerehrung wurde dann ordentlich gefeiert, bevor dann am Sonntagmorgen nach dem Aufräumen der Klassenräume die Reise wieder zurück nach Bergen angetreten wurde.