WIETZE. Der Bürgermeister der Gemeinde Wietze, Wolfgang Klußmann, begrüßte heute Vormittag den Vizepräsidenten des Niedersächsischen Landtags, MdL Bernd Busemann. Zusammen besichtigten sie die Bauarbeiten zur Gestaltung der neuen Ortsmitte, die voraussichtlich im Februar 2020 fertiggestellt sein soll.

Aus der ehemaligen Oberschule soll ein neues Bürgerhaus werden. Hier sind eine Mensa, die Gemeindebücherei, der Jugendtreff sowie ein Familienzentrum vorgesehen. Ein Gebäude weiter entsteht derzeit das neue Rathaus. Insgesamt soll der Bau 8,5 Mio. Euro kosten. Laut Klußmann liegt man bei den Arbeiten im Plan. Das sei umso wichtiger, da für die Bauarbeiten keine Fördermittel seitens des Bundes bereitgestellt werden konnten. „Für eine vernünftige Verwaltung benötigen und verdienen die Mitarbeiter gute Arbeitsverhältnisse. Der Bau des neuen Rathauses ist für mich vollkommen verständlich“, so Busemann zu den Vorstellungen des Bürgermeisters.

Im nächsten Jahr stehe der zweite Ausbau der Bundesstraße in Wietze an. Der Vizepräsident empfiehlt schnelles Handeln: „Derzeit ist das Geld da. Man sollte es nutzen“. Bei der Grundsteuerreform stehe man unter Zeitdruck. Ende des Jahres solle die Reform abgeschlossen sein. Momentan seien mehrere Systeme in der Diskussion, wodurch eine Einigung auf bundesweiter Ebene schwierig erscheine. „Einer landesweiten Regelung bin ich nicht abgeneigt“, merkte das Mitglied des Landtags an.

Die Nachnutzung des DEA-Standortes nach der anstehenden Fusion Mitte 2020 stellt laut Klußmann für die Gemeinde Wietze ein großes Problem dar. „Viele der Arbeiter sind hier verwurzelt. Wir suchen nach einer Möglichkeit, das Gebäude weiterhin unternehmerisch zu nutzen“, beschreibt der Bürgermeister das Problem. Busemann will sich der Angelegenheit annehmen.

Ein weiteres Thema war der Fachkräftemangel. Eine Kehrseite des Geflügelschlachthofes in Wietze sei die schwierige Integration der ausländischen Arbeitskräfte, was sich zum Beispiel in den Kindergärten bemerkbar mache. Ebenso gebe es Mangel in der Verwaltung, vor allem aber in der Betreuung. „Wir müssen in diesen Bereichen die Ausbildung voranbringen. Die Ein- und Zuwanderung ist eine Lösung, jedoch ist es unsere Aufgabe, die berufliche Bildung stärker zu gewichten – auch für Gymnasiasten“, so der Vizepräsident.

Mit Hinblick auf die Bürgermeister- und Europawahl im Mai sieht Busemann jeden Einzelnen in der Verantwortung: „Unsere Demokratie funktioniert nur, wenn alle mitmachen. Die kommunale Selbstverwaltung ist ein Grundprinzip, das unsere BürgerInnen mündig macht. Es gibt keine Ausrede, nicht zur Wahl zu gehen“.

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