NIENHAGEN/BONN. Dass es sehr nervenaufreibend und zeitaufwendig sein kann, bis eine Anbieterumstellung oder Störung an der Telefonanlage behoben ist, ist bekannt. Jedoch: „Ich kann leider nichts mehr für Sie machen. Beschweren Sie sich schriftlich beim Vorstand der Telekom in Bonn und rufen Sie wieder bei der Hotline an.“ Der Frust spricht aus dem Mitarbeiter des Telefonanbieters, er konnte auch nach zwei Wochen nichts für die Pastoren der Laurentius-Kirchengemeinde in Nienhagen tun. Dabei geht es um eine hundertausendfach bewährte Prozedur, eine Sache von eigentlich nicht mal einer Stunde. So hatte man es jedenfalls versprochen.

Kein Telefon, kein Internet, keine Faxe und keine Umleitung aufs private Handy: Seit dem 17. Juli ist das Pfarramt der Kirchengemeinde „offline“ – zu erreichen nur noch an der Haustür. Dabei klang die Umstellung von ISDN auf IP-Telefonie am Anfang so einfach.

Aus einer Stunde sind mittlerweile fast zwei Wochen geworden. Darum hat der durchaus bemühte junge Techniker jetzt frustriert das Handtuch geworfen. Nach seiner Aussage funktioniere die Kommunikation mit dem Innendienst der Telekom einfach nicht. Am Ende hat er sogar ganz freimütig zu einer Vorstandsbeschwerde geraten, weil das Problem der Umstellung auf IP-Telefonie kein Einzelproblem darstellt, sondern seit Jahren bekannt ist, ohne dass sich eine Besserung abzeichnet.

Pastorin Rena Seffers ist verärgert, weil ein Pfarramt ohne Telefon und Internet „auf dem Trockenen sitzt“, nicht zu erreichen für Menschen, die Taufen und Trauungen anmelden wollen, Fragen haben oder ihre Pastorin in schwierigen Lebenslagen schnell erreichen möchten. Wann das Pfarramt wieder online ist, konnte nach der Kapitulation des Technikers eine Mitarbeiterin von der Hotline nicht sagen. Sie könne zwar sehen, dass es ein so genanntes Ticket für diesen Fall gäbe, aber die Nienhagener Pastoren sollten doch lieber „morgen wieder anrufen, denn heute könne sie leider nichts machen.“

Aber auch am nächsten Morgen ist dieses Spiel weitergegangen: der Hotlineberater schlug nach langen internen Gesprächen vor, das Problemticket auf eine andere Ebene zu bringen. Und die „andere Ebene“ konnte wiederum nur mitteilen, dass das Nienhagener Ticket oberste Priorität habe, „man müsse nur Geduld haben!“ Passiert ist wieder nichts. Nein, ganz stimmt das nicht: In den vergangenen Tagen sind unzählige maschinell generierte Nachrichten auf dem privaten Handy der Pastorin eingegangen, dass man sich bei der Telekom um das Problem kümmere.

Wie lange die Telekom die Lösung dieses Problem noch vor sich her schiebt? CelleHeute hakte nach und erhielt binnen Minuten gleich von drei Presse-Mitarbeitern, dass man sich sofort kümmern werde: „Ich habe die Anfrage direkt an unseren Kundenservice zur Bearbeitung weitergeleitet. Sobald ich eine Antwort vorliegen habe, werde ich mich bei Ihnen melden“, so der Bereichsleiter. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Bis dahin können Sie bei dringenden Fragen bis auf weiteres die Superintendentur in Celle unter der Telefonnummer 05141/33880 kontaktieren.

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