Bundestag beschließt bessere Hilfe für Gewaltopfer

Politik Von Extern | am Fr., 08.11.2019 - 18:09

CELLE/UELZEN. Der Bundestag hat diese Woche ein neues Gesetz verabschiedet, um Opfer von Gewalt zukünftig schneller und besser zu versorgen. Darauf weist die SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Celle-Uelzen, Kirsten Lühmann hin. "Wer Opfer einer Gewalttat wird, hat Anspruch auf Entschädigung durch den Staat. Aktuelle Entwicklungen haben jedoch gezeigt, dass das bisherige Gesetz nicht ausreichend ist, um allen Betroffenen wirksam helfen zu können. Nun werden die Leistungen verbessert. Wir erhöhen die lange nicht angepassten monatlichen Entschädigungszahlungen und führen neue schnelle Hilfen ein", so Kirsten Lühmann.

 "Opfer von Gewalttaten brauchen schnelle und unbürokratische Hilfe. Mit dem neuen Sozialgesetzbuch XIV erhalten erstmals auch Opfer psychischer Gewalt, zum Beispiel traumatisierte  Zeugen eines Anschlages, einen Anspruch auf Leistungen, des Weiteren Betroffene, die beispielsweise in Kinder- und Jugendheimen oder in der Psychiatrie Leid erfahren haben. Jetzt ist es unerheblich, ob sich die Gewalttat im öffentlichen, privaten oder institutionellen Umfeld ereignet hat", erklärt Lühmann. Auch die Nationalität der Opfer sei für den Anspruch der Hilfen nicht relevant, sie gelten auch für Touristen oder Menschen, die nur zeitweise in Deutschland leben und hier Opfer von Gewalt  geworden sind, genauso wie für Deutsche, die in einem anderen Land Straftaten erleiden mussten.

Künftig sollen auch bundesweit Traumaambulanzen für Opfer von Gewalttaten eingerichtet werden. Dort können Gewaltopfer unmittelbar nach einer Tat psychotherapeutisch behandelt werden. Fallmanager unterstützen und begleiten sie bei allen notwendigen Antragstellungen. "Damit unterstützen wir auch die wichtige Arbeit der ehrenamtlich tätigen zivilgesellschaftlichen Organisationen in der Opferhilfe wie den Weißen Ring.  Auch wenn wir nicht auf alle Wünsche der im Bereich der Opferhilfe tätigen Organisationen eingehen konnten, haben wir mit der Schaffung eines neuen Sozialgesetzbuchs und den dortigen Regelungen einen riesigen Schritt für die angemessenen Hilfen von Gewaltopfern in Deutschland getan", sagt Lühmann.