NIENHAGEN. „Ihre Mutter hatte einen Schlaganfall. Sie ist im Moment nicht mehr in der Lage, ihre Angelegenheiten selbst wahrzunehmen.“ Verwandte und Angehörige werden oft ganz unerwartet mit einer solchen oder ähnlichen Nachricht konfrontiert. Und dann die erste Frage: Wer übernimmt die Betreuung für die Mutter – oder für den Vater, die Großeltern oder die Tante? Diese Frage stellt sich oft ganz plötzlich und manche hören so zum ersten Mal vom Amt des gerichtlich bestellten Betreuers.

Was dann auf die rechtlichen Betreuer zukommt, darüber informierte Dipl.-Päd. Friedrich Schwanecke, Berufsbetreuer i.R bei der zweiten gemeinsamen Info-Veranstaltung des SoVD Ortsverbandes Nienhagen und des Seniorenbeirates der Gemeinde Nienhagen, die mit Unterstützung der Gemeinde auch diesmal im Rathaus Nienhagen stattfand. Fast 30 Interessierte waren gekommen, um sich einen Überblick über das Betreuungsrecht zu schaffen.

Referent Friedrich Schwanecke ging in seinem sehr lebendigen Vortrag zuerst auf die rechtlichen Grundlagen der Betreuung ein. Früher wurde entmündigt – heute werde betreut. Denn tatsächlich solle nicht der Wille der hilfsbedürftigen Person ersetzt werden, vielmehr solle der an die Seite gestellte rechtliche Betreuer dem Betreuten helfen. Einleitung eines Betreuungsverfahren, Bestellung der Betreuung, ehrenamtlicher oder Berufs-Betreuer,
Legitimation des Betreuers, Aufgabenkreise, Ende der Betreuung – er zeigte den Anwesenden den Weg zur Betreuung auf. Wie die Rechte und Pflichten eines Betreuers aussehen, aber auch die Rechte und Pflichten des Betreuten, wurde von ihm detailliert erläutert. Dabei kam Friedrich Schwanecke auch auf die Rechtsansprüche der Betreuer zu sprechen wie Beratungsanspruch, Aufwandsentschädigung und Absicherung. Die vielen Fragen, die er detailliert beantwortete, zeigten, wie wichtig diese Informationen für die Interessierten waren.

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