Betrunkener Führerscheinanwärter übt das Ausparken

Blaulicht + Verkehr Von Redaktion | am Fr., 27.09.2019 - 14:42

CELLE. Während eines gemütlichen Beisammenseins unter Freunden, bei dem auch der Alkohol nicht fehlte, bat ein 26 Jahre alter Führerscheinbewerber seinen Kumpel, mit dessen Auto das Ausparken üben zu dürfen. Der 28-jährige Fahrzeughalter erklärte sich nach längerem Überlegen einverstanden. Die beiden Männer begaben sich zum Fahrzeug, dass in der Pestalozzistraße in Celle vor einem Mehrfamilienhaus geparkt war.

Der Fahrschüler setzte sich ans Steuer und passte ordnungsgemäß den Fahrersitz seiner Körpergröße an. Er startete das Auto und fuhr mit Schwung rückwärts gegen einen gegenüberliegenden Müllcontainerunterstand aus Holz, so dass Stoßstange und ein Holzbalken beschädigt wurden. Nach diesem missglückten Ausparkversuch setzte sich der rechtmäßige Fahrzeughalter ans Steuer und parkte seinen Wagen wieder an seinem alten Platz. Die beiden Freunde begaben sich anschließend nach Hause.

Ein aufmerksamer Nachbar hatte das Aufprallgeräusch gehört und das Treiben der jungen Männer beobachtet. Als sie sich vom Unfallort entfernten, rief er die Polizei.

Gegenüber den Beamten gab der leicht alkoholisierte Fahrzeughalter vor, dass er selber gefahren sei. Er vergaß dabei allerdings, dass sein Freund viel kleiner ist als er und somit die Einstellung des Fahrersitzes kaum zuließ, dass er das Auto gefahren hatte. Die Polizisten baten den recht groß und kräftig gewachsenen angeblichen Fahrer, auf dem Fahrersitz Platz zu nehmen. Als dieser vor den argwöhnischen Augen der Polizisten vergeblich versuchte, sich auf den Sitz zu quetschen, senkte er den Kopf und gab zu, dass er nicht der Fahrer gewesen sei und er seinen Freund habe schützen wollen.

Kurz darauf erhielt der tatsächliche Unfallverursacher Besuch von der Polizei. Dem jungen Fahrkünstler war nun sofort klar, dass er "verloren" hatte und gab alles zu. Er pustet über 1,5 Promille und musste eine Blutprobe abgeben. Auf seinen Führerschein wird er nun wohl noch warten müssen. Beide Protagonisten müssen nun mit einer Strafanzeige rechnen.