KÖNIGSLUTTER. Wer während der kommenden Feiertage zum Weihnachtsspaziergang in den Flussniederungen der Aller und Oker unterwegs ist, kann mit etwas Glück das größte Nagetier Europas entdecken: Den Europäischen Biber (Castor fiber). „In Niedersachsen war er zu Beginn des 19. Jahrhunderts durch Jagd und  Lebensraumzerstörung ausgerottet. Doch mittlerweile hat er sich entlang der Elbe wieder ausgebreitet und sich auch bei uns seinen Lebensraum zurückerobert. Heute steht er EU-weit unter strengem Schutz“, teilt der NABU Niedesachsen mit.

Der Biber, bekannt für seine hervorragenden Nagefähigkeiten, übernehme eine Schlüsselrolle für den Naturschutz: Denn mit seinen gestalterischen Tätigkeiten schaffe er als kostenloser Landschaftspfleger wertvolle Rückzuggebiete für Tiere und Pflanzen der Feuchtgebiete. Über seine „ehrenamtliche Unterstützung“ freuen sich die hauptamtlichen Naturschützerinnen der Ökologischen NABU-Station Aller/Oker (ÖNSA) in Königslutter. „Auch im Winter ist der Biber im Wasser und an Land aktiv, denn er hält keinen Winterschlaf und ist stets auf Nahrungssuche. Seine rund 200 Haare pro Quadratmillimeter machen sein dickes Fell flauschig weich und schützen ihn –  eingeschmiert mit einem fetthaltigen Sekret, dem Bibergeil – vor dem kalten Wasser“, so Nicole Feige, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der NABU-Station. Im Sommer stehen Stauden und Gräser auf seinem Speiseplan, im Winter knabbert er an Baumrinde, kleinen Zweigen und Knospen. „Um die zu erreichen, fällen die Biber ganze Bäume, bevorzugt Weiden und Pappeln“, so Feige weiter. Für den Ernstfall, wenn das Wasser zugefroren ist und die Biber im Bau bleiben müssen, lagern sie im Herbst direkt vor dem Eingang ihrer Burg zusätzliche Zweige und Äste als Wintervorrat an und knabbern an der Rinde.

Wer also frische Hobelspäne an Bäumen sieht oder kegelförmig angefressene Baumstümpfe, der weiß: Hier ist der Biber zuhause. An den kurzen Wintertagen könne man ihn in Gewässernähe bei einem Nachmittagsspaziergang zur Dämmerung am besten beobachten. „Wichtig ist, dabei die Wege nicht zu verlassen und ihn bei seinen Aktivitäten nicht zu stören“, so der NABU.

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