Bildungsordner für Zuwanderer

Gesellschaft Von Extern | am Di., 30.06.2020 - 17:18

CELLE. Der Erfolg von Beratungsgesprächen, Qualifizierungsmaßnahmen und Bewerbungen hängt auch von einer guten Vorbereitung ab. Dazu gehört das Bereithalten aller nötigen Unterlagen - von der Arbeitserlaubnis über Sprachzertifikate und Zeugnisse bis zum Lebenslauf. Hier setzt der neue Bildungsordner des Landkreises an. „Er ist ein gutes Kompendium, das Neuzugewanderten, die sich oft mit der bei uns anfallenden Papierflut schwertun, an die Hand gegeben wird, um die Papiere ordentlich abzuheften und im Bedarfsfall schnell zur Hand zu haben", stellt der Geschäftsführer der Technische Ausbildungsstätten, Andreas Schröder fest. Der Ordner enthält außerdem Informationen zu Ansprechpartnern auf dem Weg in Arbeit, zum Sprachkurssystem und zu den Angeboten der Berufsbildenden Schulen. Damit können Neuzugewanderte ihre Kenntnisse einordnen und ihren weiteren Bildungsweg planen. Das erleichtere Übergänge in anschlussfähige Angebote und beschleunige insgesamt die Integration in Arbeit.

Der neue Bildungsordner ist ein gemeinsames Projekt von Landkreis Celle, Stadt Celle, Jobcenter im Landkreis Celle, Agentur für Arbeit Celle, Bildungsträgern, Beratungsstellen und kommunalen Integrationsbeauftragten. „Dadurch, dass so viele Stellen an der Entwicklung und Ausgestaltung des Bildungsordners beteiligt waren, ist ein Arbeitsinstrument entstanden, das sich den Erfordernissen der Akteure vor Ort anpasst", sagt die Initiatorin des Projekts, Sabine Heydecke vom Team Migration und Integration im Landkreis Celle. In der ersten Auflage werden zunächst 1000 Ordner bereitgestellt.

Die Ausgabe der Ordner beginnt ab sofort im Rahmen einer vom Jobcenter ausgeschriebenen und vom Bildungsträger Konfides durchgeführten Qualifizierungsmaßnahme. Dort können die Ordner individuell bestückt, Lebensläufe erstellt und bereits vorhandene Unterlagen eingeheftet werden. Außerdem gibt es Informationen zur Nutzung der Jobbörse, zum Arbeitsrecht und zu Werten und Normen am Arbeitsplatz. Marcus Fohl, Teamleiter Migration & Flucht im Jobcenter, sieht darin einen guten Weg, dass der Ordner auch von den Neuzugewanderten gut angenommen und häufig genutzt wird.