„Niedersachsen ist das wichtigste Wiesenvogelland in Deutschland, bis zu 70 Prozent des Gesamtbestandes der Wiesenvögel Deutschlands sind bei uns zu Hause. Damit dies auch in Zukunft so bleibt, setzen wir auf die Unterstützung aller Naturnutzer und Interessensverbände – insbesondere auch auf die Unterstützung der Jäger“, sagte Niedersachsens Umweltminister Stefan Birkner anlässlich seiner heutigen Fahrt mit dem Vogelkieker durch das Wildvogelreservat Nordkehlingen.

Ausdrücklich ermunterte der Minister bei dieser Gelegenheit die Untere Naturschutzbehörde im Landkreis Stade und die örtliche Jägerschaft zur engen Kooperation beim Artenschutz: „Nachhaltig erfolgreiche Lösungen gelingen hier nur, wenn Vertragsnaturschutz, Landwirtschaft und Jäger Hand in Hand zusammenarbeiten – gerade beim Thema Wiesenvogelschutz.“ Auch auf Landesebene prüfe das Ministerium derzeit Möglichkeiten, jagdliche Begleitmaßnahmen im Rahmen von Schutzprojekten für Wiesenvögel finanziell zu unterstützen.

Ein Ansatzpunkt sei die Beutegreiferbejagung, denn neben dem agrarstrukturellen Wandel der vergangenen Jahrzehnte gefährde auch ein zunehmender Prädationsdruck den Bruterfolg der Wiesenvögel: „Fuchs, Steinmarder und Rabenkrähen sind für einen Großteil der Verluste von Gelegen und Jungvögeln bedrohter Bodenbrüter verantwortlich, eine effektive Beutegreiferbejagung durch die Jäger ist daher für erfolgreiche Artenschutzbemühungen unerlässlich“, betonte der Minister. Hierzu gehöre auch die ordnungsgemäß durchgeführte Fangjagd als wichtiger Bestandteil, um den Bruterfolg von Bodenbrütern wie Uferschnepfe, Kiebitz, Brachvogel dauerhaft zu unterstützen.

Der Schutz von Wiesenvögeln ist ein wichtiger Bestandteil der Niedersächsischen Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt, die das Umweltministerium im Jahr 2008 auf den Weg gebracht hat. Erst kürzlich startete der Minister das größte Wiesenvogelschutzprogramm Deutschlands: Vornehmlich in den Landkreisen Wesermarsch, Leer, Aurich, Emsland, Cloppenburg, Vechta sowie den kreisfreien Städten Emden und Oldenburg sowie an der Unterelbe Cuxhaven und Stade sollen im Rahmen des LIFE+-Natur-Programms die Kernflächen der Wiesenvogelschutzgebiete Niedersachsens entwickelt und gesichert werden. Das mit EU-Mitteln geförderte Projekt mit einem Gesamtvolumen von 22,3 Millionen ist auf neun Jahre angelegt. Das Niedersächsische Ministerium für Umwelt, Energie und Klimaschutz beteiligt sich durch eine Kofinanzierung in Höhe von 40 Prozent.

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