BERGEN. Zwei Personen haben in Bergen bisher ihren Hut in den Ring geworfen. Sie wollen die Nachfolge von Bürgermeister Rainer Prokop antreten, der angekündigt hat, im Oktober 2019 in den Ruhestand gehen zu wollen.

Frank Juchert, seit 2013 Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, Kämmerer und Fachbereichsleiter bei der Stadt Bergen, hat sich als CDU-Mitglied für die Kandidatur beworben. Spätestens bei einer für 24. Oktober angesetzten Mitgliederversammlung des CDU-Ortsverbandes Bergen wird sich herausstellen, ob er der einzige Bewerber bleibt, der von seiner Partei ins Rennen geschickt werden möchte.

Juchert ist 51 Jahre alt und hat sich nach einer Ausbildung zum Verwaltungsfachangestellten diversen Verwaltungstätigkeiten und zwei Jahren beim Heeresfliegerregiment 16 in Celle, zum Diplom-Verwaltungswirt (FH) und Diplom-Kaufmann (FH) weitergebildet. Er war als Allgemeiner Vertreter bzw. stellvertretender Gemeindedirektor unter anderem in den Samtgemeinden Bodenteich und Aue tätig, bevor er vor fünf Jahren zur Stadt Bergen wechselte.

Auf Platz eins der Prioritätenliste für Bergen steht für ihn der Stadtumbau und die Stadtentwicklung, die er als Stellvertreter des Bürgermeisters in der Verwaltung bereits seit fünf Jahren mit begleitet und gestaltet. Aber auch die Dörfer sollen nicht ins Hintertreffen geraten. „Für mich zählt die Balance zwischen Stadt und Ortschaften“, so der verheiratete Vater von zwei Kindern. Bezahlbarer Wohnraum für Familien ist ihm ebenso wichtig wie die Weiterentwicklung von Kitas und Grundschulen, für die die Stadt Bergen Träger ist. Zu dem bereits in Planung befindlichen Kita-Bau, werde wohl noch ein weiterer hinzukommen, schätzt er. Digitalisierung und Wirtschaftsförderung sind zwei Bereiche, die ihm ebenfalls am Herzen liegen, wobei letztere aus seiner Sicht durch verwaltungsinterne Umstrukturierungen noch optimiert werden könnten. „Bei allem müssen wir die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt im Blick behalten“, mahnt der Finanzfachmann mit Blick auf die Bergener Haushaltssituation.

Mitte September hat die Bergener stellvertretende Bürgermeisterin aus den Reihen des Rates, Claudia Dettmar-Müller, ihre Kandidatur angekündigt. Die Bergenerin, die seit zwölf Jahren Mitglied des Bergener Stadtrates ist, etliche Jahre CDU-Fraktionsvorsitzende im Rat und Geschäftsführerin des CDU-Kreisverbandes war, hat beschlossen, sich nicht beim CDU-Ortsverband zu bewerben, sondern als freie Kandidatin anzutreten. Ob sie von anderen Parteien unterstützt wird, dürfte sich im Laufe der nächsten Wochen heraus stellen.

Dettmar-Müller ist 50 Jahre alt, hat zunächst eine Ausbildung zur Rechtsanwalts- und Notargehilfin absolviert und später ein Studium der Politikwissenschaften sowie der Mittleren und Neueren Geschichte abgeschlossen. Seit der Umgestaltung des Bergener Friedensplatzes betreibt sie das dortige Café Sahne und verwirklicht damit aus ihrer Sicht konsequent ein Stück Stadtentwicklung hin zu einer lebendigen Innenstadt. Darüber hinaus engagiert sich die Mutter zweier erwachsener Kinder, die seit zehn Jahren verwitwet ist, im Vorstand zahlreicher Bergener Vereine, darunter in der Bürgerstiftung, im Heimatverein und in „Unser Bergen e. V.“

Als Bürgermeisterin würde sie eigenen Angaben zufolge ein noch größeres Augenmerk auf Tourismus, Wirtschaftsförderung und die Ausweisung neuer Baugebiete legen wollen. Außerdem müsse der Investitionsstau der stadteigenen Immobilien abgebaut werden. „Was wir brauchen, ist eine gesunde Sozialstruktur, Menschen im Ehrenamt, Lebensräume für junge Familien sowie pflegebedürftige Menschen, eine strukturierte, funktionale Verwaltung und einen gemeinsamen Willen, die Herausforderungen unserer Zeit zu meistern“, fasst sie zusammen, was aus ihrer Sicht wichtig für Bergen ist.

Claudia Dettmar-Müller; Foto: Schönemann Fotografie

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