Am 1. April muss man mit manchen Meldungen vorsichtig sein, aber daran ist wohl nicht zu rütteln: Der bundesweit beliebte BKK Mobil Oil Triathlon wird es in diesem Jahr nicht geben. „Nach unendlichen Querelen mit der Stadt Celle und der Polizei bezüglich der Genehmigung der Radstrecke und neuen unerfüllbaren Auflagen bzw. inakzeptablen Vorschlägen, die uns gemacht wurden,“ haben Jochen Strehlau und Karl-Friedrich Brüchert vom SV Altencelle heute entschieden, den 29. Celler Triathlon 2015, der am 23. August stattfinden sollte, abzusagen.

Triathlon2012„Wir bedauern das wirklich sehr, hatten aber auf weitere nach Ostern vertagte Vehandlungen mit ungewissem Ausgang einfach keine Lust mehr. Die Zeit lief uns davon und unsere Geduld ist jetzt zu Ende“, so der sichtlich enttäuschte Strehlau gegenüber CelleHeute. Der Sponsor, die BKK Mobil Oil, schüttelt nur mit dem Kopf: „Wir sind von der Polizei und der Stadt sehr enttäuscht. Was ist nur aus der Sportstadt geworden? Kein Altstadtfest mehr, andere Veranstaltungen verschwinden leiser und jetzt auch noch der Celler Triathlon“, so Christian Dierks, Marketing-Chef der ortsansässigen Krankenkasse.

Die Polizei Celle bestand nach Aussage Strehlau auf eine Vollsperrung der gesamten Strecke. Diese Auflage hätten die Veranstalter nicht erfüllen können. „Wir können als rein ehrenamtliche Organisatoren einer nicht-kommerziellen Sportveranstaltung eine Streckenvollsperrung aus Gründen finanzieller und organisatorischer Art in keiner Weise bewerkstelligen“, so Strehlau. „Wir veranstalten in Celle einen Volkstriathlon aber keinen Weltcup und auch nicht die Olympiade.“

Die Polizei jedoch weist jede Mitschuld von sich. Sprecher Guido Koch erklärte auf CelleHeute-Nachfrage: „Wir können nur Vorschläge unterbreiten. Natürlich müssen wir dabei auf Sicherheit achten. Wir hatten auch vorgeschlagen, über einen anderen Streckenverlauf nachzudenken – das ist offenbar nicht erfolgt. Letztlich darüber entscheiden tun andere, nicht wir als Polizei.“

Strehlau entgegnet: „Uns ist in ganz Norddeutschland kein einziges vergleichbares Triathlon-Event bekannt, wo so etwas gefordert, geschweige denn umgesetzt wurde. Im Gegenteil, heute hat fast jede kleine Stadt ihren Triathlon. In anderen Städten gibt es offensichtlich eine fruchtbare gemeinsame Zusammenarbeit zwischen Behörden, Polizei und Veranstalter. In der ‚Sportstadt Celle‘ sind wir weit davon entfernt.“

Seit langem fühlen sich die Organisatoren gegenüber der Stadt wie „Bittsteller“. Dabei müsse die Stadt kaum etwas zur Veranstaltung beitragen. „Wir hatten die bestgesichertste Radstrecke aller Zeiten und haben viel Lob von unseren Teilnehmern erhalten. Es gab, wie auch schon in all den Vorjahren, keinerlei Unfälle. Mehr können und wollen wir nicht leisten“, so Strehlau abschließend.

Die Stadt Celle war noch zuversichtlich und hoffte auf eine einvernehmliche Lösung und glaubt auch heute noch an eine Lösung. Aber die auch aus anderen Bereichen bekannte „Entscheidungsschwäche“ führe aus Sicht der Veranstalter nun zu diesem Dilemma. Eine gesetzte 72-Stunden-Frist zur endgültigen Klärung verstrich erwartungsgemäß. „Wir bedauern das wirklich sehr, hatten aber auf weitere nach Ostern vertagte Verhandlungen mit ungewissem Ausgang einfach keine Lust mehr. Die Zeit lief uns davon und unsere Geduld ist jetzt zu Ende.“

Damit wäre der zweitgrößte und wohl beliebteste Volkstriathlon im Norden Geschichte. Die Stadt Celle hätte dann ein „Sportaushängeschild“ weniger.

Kommentare sind geschlossen.