Blaumeisensterben - Ursache ermittelt

Umwelt Von Redaktion | am Di., 26.05.2020 - 12:51

CELLE. Seit März dieses Jahres ist in Deutschland ein vermehrtes Auftreten erkrankter oder bereits toter Blaumeisen festzustellen. Betroffen war zunächst vor allem der Streifen vom Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen, aber auch im Landkreis Celle hat es bereits vereinzelte Funde gegeben. CELLEHEUTE berichtete Mitte April 2020. 

Nach Angaben des Landkreises Celle wurde als Ursache eine für Menschen ungefährliche bakterielle Infektion mit dem Erreger Suttonella ornithocola ermittelt, die in der Vergangenheit vor allem in Großbritannien zu Lungenentzündungen bei meisenartigen Vögeln geführt habe. Im Landkreis Celle wurde der Erreger jetzt ebenfalls bei einem tot aufgefundenen Tier nachgewiesen.

Bitte nicht füttern

Die Krankheit betreffe vorwiegend Blaumeisen, vereinzelt auch Kohlmeisen oder andere Singvögel und tritt gehäuft an Plätzen auf, wo viele Vögel aufeinandertreffen, wie beispielsweise an Futterstellen oder Tränken. Das Füttern und Anbieten von Tränken sollte in betroffenen Gebieten deshalb unterlassen werden, um einer weiteren Ausbreitung entgegenzuwirken. Außerdem sollte eine äußerst penible Sauberkeit an den Futter- und Wasserstellen eingehalten werden (z.B. durch Abkochen der Futter- und Wasserschalen, Einfüllen täglicher Futterrationen, tägliche Entfernung von Spelzen - und Körnerresten über den Hausmüll).

Erkrankte Vögel zeigen sich apathisch, aufgeplustert und verlieren die Scheu. Berichtet wurden weiterhin mögliche Atemprobleme, ein teilweises Ausfallen des Kopfgefieders, Fressunlust oder Schluckbeschwerden sowie unstillbarer Durst.

Da die Ursache der Erkrankung bereits ermittelt wurde, müssen keine weiteren toten Vögel an das Veterinäramt zur Untersuchung abgegeben werden. "Tote Blaumeisen sollten entweder so vergraben werden, dass sie nicht mehr für andere Tiere und Menschen zugänglich sind, oder in einer Plastiktüte verpackt in den Hausmüll gelegt werden. Dabei sollten bestimmte Schutzregeln beim Hantieren mit den toten Vögeln, wie unter anderem das Tragen von Handschuhen, beachtet werden. Informationen dazu gibt es auch beim Landkreis Celle unter Telefon 05141/916-5900", so der Landkreis.