Bleifreie Munition: Grüne begrüßen Umdenken auf Bundesebene

Politik Von Extern | am Mo., 13.07.2020 - 09:19

CELLE. Eine Senkung der Jagdsteuer brachte Bündnis 90/Die Grünen vor über einem Jahr in die Diskussion ein. Die Bedingung:  Jägerinnen und Jäger sollten sich dazu bereit erklären auf bleifreie Munition umzusteigen. „Wir wollten kein Verbot, sondern eine Diskussion unter den Jägerinnen und Jägern anregen. Um eine Diskussionsgrundlage zu bieten und zugleich Unterstützung bei finanziellen Folgen einer Umstellung zu geben“, so der Fraktionsvorsitzender der Kreistagsgrünen Christian Ehlers vor einem Jahr.

Während im Celler Kreistag der Antrag nur bei den Grünen Zustimmung fand, scheint es bei den SPD-Genossen im Bund mittlerweile ein Umdenken gegeben zu haben, berichtet Christian Ehlers. Das Bundesumweltministerium fordere aktuell, einem Vorstoß der EU-Kommission zuzustimmen. Der Hintergrund: Laut der Europäischen Chemikalienagentur erreicht nur ein sehr geringer Anteil der abgefeuerten Bleimunition ihr Ziel. In der Europäischen Union sollen jährlich über 14.000 Tonnen an Bleimunition in der Natur landen und mehr als eine Million Wasservögel jährlich an einer Bleivergiftung sterben.

„Ähnlich argumentierten auch wir im Kreistag und verwiesen auf einen Eintrag von Blei durch Munition in der Landschaft nach Schätzungen des Umweltbundesamts von ca. 30 Tonnen pro Jahr durch die Jagd“, so der Winser Christian Ehlers. „Eine freiwillige Lösung wäre mir lieber gewesen und eine geringere Jagdsteuer sicherlich auch ein guter Anreiz. Dies war vor einem Jahr im Kreistag nicht durchzubringen.“