UETZE/HÄNIGSEN. „Im Rahmen des eingeleiteten Veräußerungsprozesses ist es gelungen, einen Investor für den Labormöbelhersteller Köttermann GmbH & Co. KG zu finden, der den Geschäftsbetrieb fortführen wird. Somit konnte die Betriebsstillegung abgewendet werden“, teilt heute IG Metall Celle-Lüneburg mit.

Allerdings habe der Investor für den Kauf, auf Basis der vom Insolvenzverwalter vorgenommenen wirtschaftlichen Auswertungen, ein Erwerberkonzept vorausgesetzt, welches auch einen hohen Personalabbau vorsehe. Der Personalbestand soll laut IG Metall der Auslastungslage und Auftragsplanung angepasst und folglich erheblich reduziert werden.

Der Betriebsrat habe dies mangels Alternativen, als beste Option für die MitarbeiterInnen angesehen und über Interessenausgleich und Sozialplan für den Personalabbau verhandelt. Aufgrund der Hohen Mitgliederzahl in der Belegschaft seien die Verhandlungen durch die Gewerkschaft IG Metall begleitet worden, die folgendes Fazit zieht: „Das Ergebnis ist ein Personalabbau an der Schmerzgrenze, wobei Betriebsrat und Gewerkschaft anerkennen, das er für die wirtschaftliche Fortführung notwendig ist. Es werden 36 Arbeitsplätze abgebaut. Für die jetzt ausscheidenden KollegenInnen wurde eine Transfergesellschaft gegründet.

„Es schmerzt so viele Kolleginnen und Kollegen gehen zu sehen. Es gab nur keinen besseren Weg. Mit acht Monaten Laufzeit und einer Aufstockung des Transferkurzarbeitergeldes auf 85 Prozent ist die Transfergesellschaft gut ausgestattet. Außerdem konnten viele Möglichkeiten ausverhandelt werden, um die unterschiedlichen Wünsche der scheidenden Kolleginnen und Kollegen abzubilden, die sich jetzt erst einmal neu orientieren müssen“, sagte Betriebsratsvorsitzender Thomas Raquet. „Hinter uns liegen über 30 Stunden nervenaufreibende Verhandlungen. Der Insolvenzverwalter Herr Dr. Willmer hat sich als harter Verhandlungspartner erwiesen. Allerdings war er immer fair und ergebnisorientiert, in seinem betriebswirtschaftlichen Rahmen sogar entgegenkommend“, bilanziert Ralf Müller, Gewerkschaftssekretär der IG Metall Celle-Lüneburg.

Betriebsrat und Gewerkschaft sehen laut Raquet und Müller positiv in die Zukunft. Labormöbel Entwicklung, Fertigung und Vertrieb passten gut in die Unternehmensgruppe des tschechischen Investors. Block Clean Room Solution sei projektorientiert und biete schlüsselfertige Reinraumsysteme an. Die Produkte des Standort Hänigsen, Abzüge, Labormöbel, Medienversorgungssysteme und Gefahrstoffschränke aus Stahl, würden in der Unternehmensgruppe bisher nicht selbst hergestellt. Dies biete dem Standort eine Chance zu bestehen oder sogar wieder zu wachsen, wenn das Konzept aufgehe.

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