HANNOVER. Zum Muttertag werden im allgemeinen Schnittblumen verschenkt. „Der Anlass ist es auch wert – aber warum nicht einfach mal an eine nachhaltige Alternative denken? Denn dadurch wird ein wertvoller Beitrag für Umwelt und Natur geleistet“, so der NABU Niedersachsen. Nicht nur Mütter profitierten von dieser Aktion, sondern auch heimische Insektenarten. Anstelle handelsüblicher Sträuße, die in kurzer Zeit verwelken und den Beschenkten – im besten Fall – vierzehn Tage erfreuten, sei eine wilde Mischung aus einheimische Samen nützlich für Hummeln, Bienen und Schmetterlinge. Hier könnten die Beschenkten selbst aktiv werden und dem Insektensterben entgegentreten. „Denn Natur- und Umweltschutz beginnen im eigenen Garten“, meint der NABU.

Die Anzahl und Vielfalt der Insekten nehme seit Jahren dramatisch ab. Dieser Rückgang bedrohe nicht nur einzelne Arten des vielfältigen Insektenreiches, es stelle auch eine Bedrohung für die Vogelwelt, diverse Kleinsäuger und zahlreiche, durch Insekten bestäubte, Pflanzenarten dar. Der Insektenschwund betreffe dabei nicht nur die Honigbiene, sondern sämtliche Wildbienen und Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und weitere flügellose Insekten sowie zahlreiche andere Bestäuber. „Insekten sind für das Gleichgewicht der Ökosysteme unentbehrlich“, erklärt Ulrich Thüre, Pressesprecher des NABU Niedersachsen. Doch in den letzten Jahrzehnten gingen ihre Bestände dramatisch zurück. Als Nahrungsquelle bilden Insekten eine wichtige Grundlage für eine Vielzahl weiterer Tierarten wie Vögel, Säugetiere, Amphibien oder Reptilien. So füttern beispielsweise die meisten Brutvogelarten ihre Jungen mit Insekten.

Der NABU Niedersachen gibt Tipps, wie man zum Muttertag Samen-Kugeln selber basteln kann. So geht’s:
Für Samenkugeln werden Kompost, torffreie Blumenerde, Tonerde, Wasser, eine Wildsamenmischung und leere Eierkartons gebraucht. Fünf Teile Tonerde, drei Teile Kompost/Humus/Blumenerde, ein Teil Samen und ein Teil Wasser werden gut vermengt. Anschließend durchkneten bis eine zähe Masse entsteht, ggf. noch etwas Wasser hinzufügen und golfballgroße Kugeln formen. Die fertigen Kugeln lassen sich erstmal gut in den Eierkartons zwischenlagern. Danach mindestens zwei Tage trocknen lassen. In kleine Säckchen aus Jute, Leinen, Kraftpapier oder in Eierkartons liebevoll verpackt, sind die kleinen Samenkugeln nun zum Verschenken bereit.

Die Liste an pollen- sowie nektarspendenden und auch optisch ansprechenden Pflanzen ist lang. So können  beispielsweise Winterling, Wiesensalbei, Wegwarte oder Wilde Möhre eingesetzt werden. Insekten benötigen Nistmöglichkeiten! Die seltenen Arten nisten meist in der Moos- Krautschicht. „Lassen Sie ausgewählte Böschungen, Grabenränder, Rasen- und Grasbereiche mal verfilzen. Dafür die Flächen abschnittsweise nur alle drei bis vier Jahre mähen“, so der NABU.

Der NABU Niedersachsen hält ein Info-Paket mit umfangreichen, detaillierten Bauplänen für so genannte Insektennisthölzer, Insektennisthilfen und Hummelkästen bereit. Das Info-Pakte kann angefordert werden gegen Einsendung eines 5-Euro-Scheins beim: NABU Niedersachsen, Stichwort „Insekten“, Alleestraße 36, 30167 Hannover.

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