WINSEN/ALLER. Den Anrufer, der am Donnerstag, den 27.10.2016 kurz nach 19 Uhr über den Notruf damit gedroht hatte, im Museumshof eine Bombe hochgehen zu lassen, sucht die Polizei jetzt unter Veröffentlichung der originalen Tonaufnahme. Zu der Zeit hatte dort eine Sitzung des Gemeinderates mit knapp 30 Ratsmitgliedern und einer etwa gleich hohen Zahl von Zuschauern stattgefunden. CelleHEUTE berichtete.

*Aktualisiert* Bombendrohung: Winser Ratssitzung abgebrochen

Die Sitzung fand daraufhin ein jähes Ende. Das Gebäude wurde aus Sicherheitsgründen geräumt und anschließend von Polizeibeamten unter Einsatz von Sprengstoffspürhunden abgesucht. Verdächtige Gegenstände wurden damals jedoch nicht gefunden, so dass wenige Stunden später wieder Entwarnung gegeben werden konnte. Nach ersten polizeilichen Ermittlungen wurde bekannt, dass der Anruf aus einer Telefonzelle in der Celler Innenstadt, im Bereich der “Stechbahn”, kam.

Die Tonaufzeichnung des Drohanrufes kann unter
http://www.lka.polizei-nds.de/fahndung/fahndung_social_networks/111734.html
oder unter der Rufnummer (05141) 277244 abgerufen werden.

Die Polizei Celle bittet um Hinweise zur Identität des Anrufers unter der Rufnummer (05141) 277-342 oder -215.

Von Seiten der Politik hat der SPD-Landtagsabgeordnete und Ratsmitglied Maximilian Schmidt den Schritt der Polizei begrüßt. Er hatte bereits am Abend der Tat deutlich gemacht: „Das war kein dummer Streich. Der Täter wird hoffentlich ausfindig gemacht, er muss zur Rechenschaft gezogen werden. Wer ein demokratisch legitimiertes Parlament mit Drohungen daran hindern will, frei und sicher zusammenzukommen, zu debattieren und Beschlüsse zu fassen, begeht eine Straftat. Wir werden uns nicht einschüchtern lassen. Wir werden nicht zulassen, dass Demokratie behindert oder bedroht wird.“

Die Veröffentlichung der Tonaufnahme und die damit verbundene neue Fahndungschance begrüßt Schmidt ausdrücklich: „Ich habe mehrfach darauf hingewiesen, dass alle Möglichkeiten der Feststellung des Täters genutzt werden müssen – dazu gehört auch die Veröffentlichung der Tonaufnahme, dies habe ich gegenüber dem Innen- und dem Justizministerium deutlich gemacht. Die jetzige Entscheidung zur Veröffentlichung ist der folgerichtige Schritt.“

Sie müssen sich registrieren oder anmelden, um diesen Beitrag zu kommentieren.