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Politik

Bremsassistenten für LKW sollen Pflicht werden – Althusmann besucht Wabco und Contidrom

12.07.2018 - 16:47 Uhr     Jan-Patrick Biedermann    0

WIETZE. Am Mittag besuchte Dr. Bernd Althusmann, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung die Testgelände der Wabco Testbahn GmbH sowie der Contidrom in Wietze / Jeversen. Der Minister informierte sich über die neuesten Technologien und Entwicklungen in der Verkehrssicherheit und -ordnung.



Zu Anfang bot Thomas Dieckmann, Leiter der Vorentwicklung bei Wabco, einen Einblick in die neuesten Entwicklungen zur Verkehrssicherheit bei Lastkraftwagen, wobei vor allem das Notbremssystem im Mittelpunkt stand. „Die Entwicklung muss so vorangetrieben werden, dass man als Fahrer vollstes Vertrauen in die Technologie bekommt – so will ich gefahren werden“, lautet Dieckmanns Motto.

Neben der Abbiegeassistenz, einer Fernsteuerung für Lkws, der kontinuierlichen Spurführung sowie weiteren Technologien wurde das Notbremssystem für Lkws erklärt. Hierbei erhält eine Radarsensorik Informationen über Hindernisse, welche eine Notbremsung im Notfall ermöglicht. Die präsentierte Simulation bestand aus einem Schaumstoffhindernis, welches die gleiche Radarsignatur wie die eines Pkws wiedergibt. So konnte Althusmann sich unter anderem selbst einen Eindruck über das Notbremssystem verschaffen und eine solche Notsituation vor Ort in einem Lkw erleben.

„Wir möchten, dass wir die Bremsassistenten in den nächsten Jahren verpflichtend in Lkws einbauen“, betont der Minister und stimmt damit Thomas Wolf, Innovation Manager Wabcos, zu: „Unsere Notbremsassistenten sollen verpflichtend sein und die heutigen Assistenten ablösen. Heutzutage werden diese von den Fahrern ausgeschaltet, weil sie nicht mehr oder nur schlecht funktionieren“. Die Wabco Testbahn stelle damit die Grundlagenvorschung im Bereich Verkehrssicherheit für Lastkraftwagen dar und sei damit einzigartig im Raum Hannover.

Ein Gelände weiter wartete das Contidrom auf eine Besichtigung durch den Minister. Das Contidrom, Teststrecke der Continental AG in Wietze / Jeversen, sei ein weltweit führendes Testgelände, welches sich auf das Nass-Handling und AIBA (Automated Indoor Braking Analyzer) spezialisiert habe. Bei einem Gespräch mit Nikolai Setzer, Mitglied des Vorstandes bei Continental, wurde die Arbeit Continentals in der Reifentechnologie und -forschung sowie Probleme in der Wirtschaft angesprochen. „Es fehlt ein System zur ständigen Überwachung der Reifenlabels und der dazugehörigen Sanktionierung bei Verstößen. Hier sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen“, äußerte sich Joerg Burfien, Head of Global Standards & Regulations. Auch Althusmann zeigte Interesse an einer Zusammenarbeit: „Wir wollen auf engster Ebene im Bereich der Verkehrssicherheit mit Ihnen zusammenarbeiten. Die Arbeit und Forschung Continentals muss in die Digitalisierungsstrategie des Landes Niedersachsens eingebettet werden“.

Im Anschluss wurde allen Anwesenden das Testgelände gezeigt, auf dem Continental seine Produkte testet. „Das ist äußerst beeindruckend“, äußert sich der Landtagsabgeordnete zur AIBA-Halle auf dem Contidromgelände. In dieser Testhalle können Bremsleistungen von Pkws mit einer Geschwindigkeit von 110 km/h auf verschiedenen Untergründen getestet werden. Das Besondere: das Wechseln der Untergründe, das Weiterleiten der ermittelten Daten und der Bremsvorgang durch eine Schienentechnologie geschieht rein automatisiert. Zum Schluss hatte das Parteimitglied der CDU noch die Möglichkeit, den Unterschied zwischen Premium-Continental-Reifen und Billig-Reifen auf einer nassen Strecke selbst zu testen.

Fotos: Peter Müller

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