"Brücken in Naturschutzgebiete" - VCD kritisiert Celler Verkehrsplanungen

Wirtschaft Von Redaktion | am Mi., 18.09.2019 - 20:30

CELLE. "Wir können es kaum glauben, da ist unser Celler Oberbürgermeister, Herr Dr. Jörg Nigge, fest entschlossen, Celle zu einer Fahrradstadt zu machen und setzt sich aber zur gleichen Zeit vehement für die Durchführung von einem schon vor vielen Jahren geplanten, gegenläufigen Ausbau des Nordwalls ein. Auch weitere Celler Politiker lassen zu, dass es durch Lärm, Gestank und Platzverbrauch für Anwohner zu massivem Verlust von Wohnwert und Lebensqualität kommt", ärgert sich Claus Stahl vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisgruppe Celle. Stahl weiter: "Andere Städte und Länder haben es zahlreich vorgemacht, wie Transport- und Mobilitätsprobleme gelöst werden können. Ein Armutszeugnis, dass für diese umweltbelastenden Maßnahmen mindestens 14,4 Millionen Euro ausgegeben werden sollen.

Damit noch nicht genug, auch das beliebte Naherholungs- und ausgewiesene Naturschutzgebiet soll, sogar mit Unterstützung der Celle Tourismus GmbH (Klaus Lohmann), mit einem weiteren Brückenbau über die Aller, für mindestens weitere 92 Millionen Euro, zerschnitten werden. Bedenklich, wenn unter den jetzt schon vorhandenen Brückenteilen der Ostumgehung Schilder angebracht sind, die das Betreten des Naturschutzgebietes bei Strafe verbieten."

Das VCD-Mitglied stellt Fragen an die Stadt: "Wir fragen Straßen- und StädteplanerInnen, warum nicht wie in vielen anderen Städten und Bereichen üblich, die Durchfahrt durch z. B.das Altenceller Wohngebiet (Alte Dorfstraße) für Lkw ab einer bestimmten Größe/Gewicht verboten werden kann? Warum nicht großräumig der Schwerlastverkehr zu Gunsten der dort leidenden Anwohner umgeleitet wird?

Wir meinen, Autos dürfen nicht weiterhin im Mittelpunkt von Verkehrsplanungen stehen, auch mit Elektroantrieb verbrauchen sie extrem viel Ressourcen und Platz. Anmerken möchten wir auch, dass 1 Meter Straßen- oder/und Autobahnbau mit 6.000 bis 100.000 Euro zu Buche schlägt, aber 1 Meter Radwegebau zwischen 120 und 500 Euro kostet."