Brückenbaufest im Zeichen des Aufbruchs

Religion Von Redaktion | am Do., 09.09.2021 - 17:22

CELLE. Die Celler Anlaufstelle für Straffällige „Projekt Brückenbau“ feierte am Dienstag ihr traditionelles Brückenbaufest. „Aufbruch“ lautete das Thema in diesem Jahr: Welche Chancen gab es für die Straffälligenhilfe während der Coronapandemie? Auch die gemeinnützige Arbeit erforderte im vergangenen Jahr unter diesen Bedingungen kreative Lösungswege und viel Geduld. Wie das Ganze von statten gegangen ist und wie es anderen Einrichtungen erging, wurde beim „Brückenbaufest“, zu dem die Anlaufstelle „Projekt Brückenbau“ in Celle eingeladen hatte, thematisiert.  

Inhaftierte begleiten, sie unterstützen und Straffällig gewordenen Menschen dabei helfen, einen neuen Start in ein straffreies Leben zu beginnen trotz den bekannten Umständen: Holger Reiss, Fachleitung der Anlaufstelle, erzählte zum Bespiel von fleißigen Händen, die regelmäßig Postkarten an Inhaftierte der JVA Celle schrieben. Das Schwarze Kreuz mit seiner Anlaufstelle „Projekt Brückenbau“ hat in den vergangenen Monaten auch Stärken für die Arbeit gewonnen. Reiss berichtete, dass die Digitalisierung einen großen Schritt nach vorne gemacht habe. So würden jetzt für Ehrenamtliche und Interessierte digitale Formate, wie ein Forum Straffälligenhilfe oder auch Online-Informationsveranstaltungen, angeboten. 

Thomas Papies, Leiter der JVA Celle, blickte auf die letzten Monate zurück und berichtete wie das Virus den Alltag der JVA bestimmte. 
Daniela Brückner, Leiterin der Bahnhofsmission Celle, stand 2020 ebenfalls vor großen Herausforderungen, die alternative Lösungswege verlangten. Sie erzählte von Essenspaketen, die wöchentlich an Obdachlose herausgegeben wurden, weil der Kontakt vor Ort nicht stattfinden konnte. Natürlich gab es auch viele unschöne Momente während der Lockdowns, aber darauf wollten sich die Gäste beim Brückenbaufest am Dienstag nicht konzentrieren. Der Fokus lag beim „Aufbruch“ – ein Neubeginn, wenn wieder angepackt werden kann und der direkte Kontakt zum Menschen wieder ermöglicht wird. Und einen Zukunftsblick gab es auch: Thomas Adasch, Vorsitzender des Innenausschusses des niedersächsischen Landtags, sicherte zu, sich auch in dem kommenden Haushaltsplan für eine Finanzierung über die politische Liste einzusetzen. Die musikalische Begleitung von Hannes Meyer rundete die Veranstaltung stimmungsvoll ab.