Offener Brief: Bündnis gegen Rechts parteipolitisch missbraucht?

Politik Von Redaktion | am Mo., 28.09.2020 - 17:46

ESCHEDE. In einem offenen Brief an den Sprecher des Bündnis gegen Rechtsextremismus, Marlon Gollnisch, befürchtet Hubertus Bühmann eine Unterwanderung des Bündnisses für SPD-Interessen. Für Irritationen sorgte auch einer zuvor versandte Pressemitteilung im Namen des Bündnisses. Dort stellte Gollnisch Behauptungen auf, die weder er noch mutmaßlich Betroffene (z.B. die Polizei) belegen konnten. Wird das Bündnis parteipolitisch "missbraucht"?

Der Offene Brief im Wortlaut: 

Lieber Marlon Gollnisch,

mit großer Verwunderung und Irritation habe ich am heutigen Samstag die Veranstaltung vor dem Escheder Bahnhof erlebt.

Vor der beeindruckenden Kulisse vieler Escheder Mitbürger, die auch zunächst die Veranstaltung auf dem Marktplatz und dann den Umzug zum Bahnhof mit vier Landtagsabgeordneten und ohne Antifa begleitet haben, sprachen dann nach der beeindruckenden Rede der Lüneburger Bundestagsabgeordneten der Grünen nur noch SPD-Mitglieder. Dass Du dann noch, nachdem Du zunächst einige SPD-Fahnen verteilt hast, die Veranstaltung mit einer großen SPD-Fahne in der Hand moderiert hast, trägt in keiner Weise den Anliegen des parteiübergreifenden Bündnisses gegen Rechts in Eschede Rechnung.

Weshalb trat überhaupt der ehemalige Celler Oberbürgermeister Mende hier als Redner auf, der derzeit kein öffentliches Amt innehat, oder wolltest Du ihm für seine innerparteiliche Kandidatur zur Wahl des SPD-Bundestagsabgeordneten ein Forum bieten? Der Eindruck drängt sich einem auf!

Ich kann verstehen, dass Du Deine Bürgermeisterkandidatur für die SPD voranbringen möchtest, aber dann musst Du Dich für eine Funktion entscheiden! Ich bin diesem breiten Bündnis beigetreten, weil wir die Rechtsradikalen, die sich in Eschede auf dem NPD-Hof einnisten und die Linksradikalen der Antifa, die Demonstrationen bei uns missbrauchen und nur die Auseinandersetzung mit der Polizei suchen, bei uns in Eschede nicht haben wollen und sie nur vertreiben können, wenn sich alle demokratischen Kräfte in einem  gemeinsamen Bündnis ihnen entgegenstellen.

Durch Dein Verhalten bei der heutigen Aktion stellst Du dieses in Frage und machst nicht nur mir die Mitgliedschaft in diesem Bündnis schwer.

Mit freundlichen Grüßen

Hubertus Bühmann