Gemeinde Langlingen stellt bei Bürgerempfang besondere Menschen in den Mittelpunkt

Politik Von Redaktion | am So., 12.01.2020 - 14:00

LANGLINGEN. Die Gemeinde Langlingen hatte heute Vormittag zum Bürgerempfang geladen. Die Veranstaltung solle dazu dienen, Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten und einen Ausblick auf das beginnende zu geben, so Bürgermeister Ernst-Ingolf Angermann und Gemeindedirektor Helfried H. Pohndorf. Im Mittelpunkt des Empfanges stand die Ehrung von SportlerInnen sowie von Bürgern, die sich um das Wohl der Gemeinde verdient gemacht haben. Hier wurde heute Gertraud Vollmer ausgezeichnet.

Laudatio von Ernst-Ingolf Angermann auf Gertraud Vollmer:
"Wir leben in einer Welt, die sich stark verändert. Was für die Jungen unter uns völlig normal ist, ist für die Älteren, zu denen auch ich mich zähle, zunehmend gewöhnungsbedürftig. Dennoch muss ich feststellen, dass hier im ländlichen Raum und auch in unserer Gemeinde die Welt offensichtlich noch weitestgehend in Ordnung ist. Hier gibt es Menschen, die sich einbringen, selbstlos zupacken und sich freuen, wenn sie anderen helfen können. Eine davon ist Gertraud Vollmer.

Denn du bist eine derjenigen, die überall aktiv ist, zum Teil auch unbemerkt im Hintergrund, sich fortwährend einbringt und hilft, wo Hilfe benötigt wird. Das begann schon sehr früh, 1972 gab es in Langlingen eine Damenfußballmannschaft. Du warst von Anfang an mit Elan dabei, wie man sieht und hast zum Erfolg der Mannschaft beigetragen. Viele Jahre fanden im November hier auf dem Saal Theateraufführungen statt. Über 30 Jahre hast du in verschiedensten Rollen zum Gelingen der Stücke beigetragen, den Zuschauern viel Freude bereitet und einige Jahre sogar die Regie geführt. Einige Jahre haben wir sogar zusammen gespielt und ich erinnere mich noch gern an die Übungsabende, die Aufregung hinter dem Vorhang und auch dein Engagement, denn es sollte ja gut werden.
1979 wurde auch das plattdeutsche Theaterstück „Dörpswies“ aufgeführt, mit 32 Theaterspielern und einem Hund. Alles auf Platt. In einer der Hauptrollen Gertraud Vollmer als Marie. Dieses Stück wurde aufgrund des großen Erfolges in mehreren Sondervorstellungen zusätzlich aufgeführt.
Wie in vielen Stücken gab es auch hier das Paar, dass sich am Ende findet. Das waren Marie und Wilhelm, der von dem damals jungen Hans-Hermann Müller gespielt wurde.

In den ersten Zuschauerreihen saßen Gisela Müller und Baars Tante Martha, deine Großmutter. Ihr habt die eindeutigen Liebeshandlungen wohl sehr ausfüllend gespielt, so, dass Tante Martha doch etwas verlegen zu Gisela Müller gesagt haben soll „nu mehmtse dat man nicht so ernst, et is doch bloß'n Speel“.

Fast genau so lange, wie im Theaterspiel, warst du im gemischten Chor aktiv. Als Sängerin im Sopran hast du den Chor unterstützt und gefördert. Zudem hast Du dich 20 Jahre im Vorstand eingebracht, anfangs als Schriftführerin, später als stellvertretende Vorsitzende und einige Jahre sogar als Vorsitzende des gemischten Chores.

Wen wundert es, dass du einige Jahre nach Gründung des Förderkreises Dorfmuseum auch dort Aufgaben übernommen hast. Kartoffelroden, Heuernte, Spinnen und die alten Gerätschaften aus Haus und Hof waren dir bekannt. Der Erhalt und die Pflege der Tradition lagen und liegen dir sicherlich auch heute noch, sehr am Herzen. Unser Museum ist ein lebendiges Museum, in dem die Anwendungen und Techniken alter Gerätschaften vorgeführt und erklärt werden, wie hier bei den Spinnfrauen. Auch hier leistest du mit deiner Unterstützung einen wichtigen Beitrag. Besonders hervorzuheben sind deine Aktivitäten, den Kindern und Jugendlichen das Spinnen und Filzen zu zeigen, welches du während der Ferienpassaktion auch Gastkindern vorführst. Über 20 Jahre bist du bereits im Förderkreis Dorfmuseum für unser Museum aktiv und auch hier bereits 15 Jahre im Vorstand..

2007 feierten wir unser 750 jähriges Jubiläum. Ein Fest über mehrere Tage. Es musste zur Vorbereitung und Durchführung ein Festausschuss gebildet werden. Als ich dich um Mitarbeit bat, sagtest du selbstverständlich zu. Es bedurfte eigentlich gar nicht dieser Frage und ich glaube, du hättest es mir Übel genommen, wenn ich nicht zu dir gekommen wäre. So warst du und so bist du noch heute, zupackend, immer hilfsbereit und auch verständnisvoll.

So erleben wir dich auch in der Kirchenarbeit, in der du dich, 1990 im& Kindergottesdienst beginnend und seit 1995 als Lektorin einbringst. Du unterstützt in Gottesdiensten, führst selber Gottesdienste durch und nimmst die Empfindungen, Freude, aber auch Sorgen der Menschen war. Bist einfühlsam und stets für jeden da. Ein kluger Mensch sagte einmal: Es ist am Ende nicht entscheidend, was man gerafft und geschaffen hat, sondern was man gegeben hat.

Liebe Gertraud, Du hast vieles gegeben, hast dich über viele Jahre hinweg für das Allgemeinwohl eingesetzt. Hast in vielen Vorständen mitgearbeitet, Verantwortung übernommen, Menschen motiviert und bist Vorbild gewesen. Viele Tage und Stunden deiner freien privaten Zeit hast du dafür verwendet, anderen zu helfen. Du hast damit vielen Menschen, weit über unsere Gemeinde hinaus Hilfe gegeben und Freude bereitet.

Wir danken die herzlich für dein Engagement und für deinen großen ehrenamtlichen Einsatz und wünschen dir, dass du auch noch weiterhin viel Freude an deinen Aktivitäten haben wirst. Wir wünschen dir weiterhin alles erdenklich Gute, ja und ganz besonders Gesundheit."