Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen sieht Nachholbedarf beim Artenschutz

WATHLINGEN. Zur geplanten Abdeckung der Kalirückstandshalde bei Wathlingen meldet sich erneut die Bürgerinitiative Umwelt zu Wort. In einer Pressemitteilung heißt es:

„Die Firma K+S stellt die geplante Abdeckung der Kalirückstandshalde Wathlingen seit Jahren als positive Umweltmaßnahme dar“, sagt Holger Müller, Vorsitzender der BI Umwelt Wathlingen. “Die Auflösung der Salzhalde soll vermindert und auf der Abdeckung sollen Rehe und Hasen leben“, so Müller weiter. „Wir halten das schon immer für bloße Schönfärberei.“ Achim Bartsch von der BI weist darauf hin, „dass weder Landesbergamt (LBEG) noch K+S Anstalten machen, die Grundwasserversalzung durch die Halde gründlich zu untersuchen und die Langzeitfolgen der Haldendeponie für die Umwelt ernsthaft zu hinterfragen.“

Laut Müller hat die BI darüber hinaus jetzt gravierende Mängel beim Artenschutz festgestellt. „Wir halten die Erfassung der gesetzlich besonders geschützten Brutvögel, beispielsweise Feldlerche und Neuntöter, beides Rote Liste-Arten, für mangelhaft, weil sie bereits aus dem Jahr 2015 stammt und nicht richtig durchgeführt worden ist. Die für die Brechanlage vorgesehene Fläche ist damals als Acker genutzt worden. Seitdem liegt sie brach und bietet viel bessere Bedingungen für Brutvögel. Zudem sind die geplanten Ausgleichsmaßnahmen für die Zerstörung von Lebensräumen aus Sicht der BI ungeeignet und kommen zu spät.“

„Weil die Firma K+S unverständlicherweise bereits eine Genehmigung für den vorzeitigen Bau der Brechanlage erhalten hat und seit einigen Tagen dabei ist, die Baustelle einzurichten, hat die BI das LBEG, die untere Naturschutzbehörde des Landkreises Celle, Landrat Wiswe und Umweltminister Lies informiert",  erklärt Bartsch. „Unsere Natur leidet schon genug!“  Für Müller und Bartsch ist nicht nachvollziehbar, dass der Landkreis Celle als untere Naturschutzbehörde in seinen Stellungnahmen nie auf dieses Problem hingewiesen hat. „Jetzt muss seitens der Kreisverwaltung, des Kreistages und des Umweltministeriums als Fachaufsicht auf das LBEG eingewirkt werden. Das LBEG muss und kann hier handeln! - Schließlich hat sich die Behörde den Widerruf ihrer Genehmigung für die Brechanlage vorbehalten.“