WATHLINGEN. Die Firma K+S hat Ende vergangenen Jahres den Antrag für die Abdeckung der Kalihalde Wathlingen gestellt. Laut der Antragsunterlagen sollen – durch Verkehrslenkung – nur noch 5% des Anlieferverkehrs durch Nienhagen und danach Wathlingen rollen. Das teilt die Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen mit. Laut der stellvertretenden Vorsitzenden der Bürgerinitiative, Sanna Gutzeit, hat der Projektleiter für die geplante Haldenabdeckung bei K+S, Jahn Anfang 2015 aber noch geschätzt, dass 40% des Schwerlastverkehrs (hauptsächlich aus Hannover) durch Nienhagen fahren würde.

Aus ihrer Sicht ist die mangelhafte Verkehrsanbindung der Haldendeponie mit der Folge massiver Verkehrsbelastungen der Dörfer in der Öffentlichkeit zu Recht kritisiert worden. Daraufhin seien seitens der „Begrünungsbefürworter“ diverse Lösungsvorschläge gemacht worden – aus Richtung Ehlershausen eine Umgehungsstraße südlich des Waldgebietes Brand oder ein Förderband mitten durch das Naturschutzgebiet hindurch. Der Pressesprecher der Bürgerinitiative, Holger Müller, erklärt, dass die BI das immer für unrealistisch gehalten habe. „Jetzt hat K+S hat solche Transportwege in den Antragsunterlagen auch tatsächlich ausgeschlossen.
Dafür solle der Verkehr nun zu 75% durch Hänigsen führen.“

Gutzeit und Müller vermuten, dass vor allem Wathlingens Bürgermeister Harms mit dieser zweckoptimistischen Prognose der Rücken freigehalten werden soll. „Öffentlichkeit und Ratsmitglieder sollten positiv beeinflusst werden. Dann könnte K+S endlich an die dringend benötigten Grundstücke der Gemeinde an der Halde kommen“, so die Vorstandsmitglieder der Bürgerinitiative.

Wie will K+S die Lkw – Steuerung erreichen? Dazu sagt Sanna Gutzeit: „Laut der Antragsunterlagen soll bei vertraglich gebundenen Speditionen darauf hingewirkt werden, für die Fahrten bestimmte Routen zu nutzen, bei nicht vertragsgebundenen wären ergänzende Hinweisschilder möglich.“ Das ist für sie eine mehr als vage Aussage. „Wie soll diese Steuerung rechtlich abgesichert, kontrolliert und durchgesetzt werden?“ Laut Gutachten des Verkehrsplanungsbüros sei es für den Betreiber der Kalihalde/Deponie schon kaum möglich, die Einhaltung der Empfehlungen auch nur zu überprüfen. „Überhaupt, was bringt es, den Verkehr zwischen den Dörfern hin und her zu verschieben?“, fragt Müller.

Gutzeit und Müller sind überzeugt, dass der Lkw-Verkehr sich seine Wege suchen und dabei weder auf die Verkehrsprognosen von K+S noch auf die Bevölkerung Rücksicht nehmen werde. Nach den Antragsunterlagen könnten sich – zeitweise – bis zu 200 Schwerlastkraftwagen pro Tag allein durch Nienhagen und Wathlingen in die eine oder andere Richtung quälen – also alle 3 Minuten einer.

Beide BI Vertreter bleiben dabei: Wer den massiven Anlieferverkehr verhindern wolle, müsse gegen die Abdeckung kämpfen und sich für das Verbringen der Halde in das ehemalige Bergwerk einsetzen. Die Angaben aus den Antragsunterlagen zugrunde gelegt, könnten sieben Bagger die Halde in nur 10 Jahren abtragen. Damit wäre aus Sicht der BI ein großes Umweltproblem in weniger als der halben Zeit, die die Abdeckung in Anspruch nimmt, menschen- und umweltfreundlich, aber vor allem nachhaltig gelöst.

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