Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen "Was für ein Wahlk(r)ampf"

Gesellschaft Von Redaktion | am So., 29.08.2021 - 20:52

WATHLINGEN. "Die kommenden Kommunalwahlen werden Leben und Lebensqualität der Menschen in Wathlingen in verschiedener Hinsicht beeinflussen", davon ist die BI Wathlingen überzeugt. Wesentlich sei der Umgang der Politik mit den Altlasten des Kalibergbaus in Wathlingen. Sie schreibt dazu, unzensiert und unkommentiert: 

Kalihalde und K+S Planungen führen dazu, dass das Grundwasser versalzen, Luft, Böden und Flüsse mit Schadstoffen einer Mülldeponie belastet und die Bürger durch Staub und Verkehr gesundheitlich gefährdet werden.

Es ist ein Märchen, dass die Politik vor Ort keine Einflussmöglichkeiten habe. 

Offenkundig hat die Mehrzahl der Parteien und Kandidaten aber eine offene oder stillschweigende Übereinkunft geschlossen, das Thema Kali-Altlasten aus  dem Kommunalwahlkampf in Wathlingen herauszuhalten und zu ignorieren. 

Irgendwie nachvollziehbar. Mangels ernsthafter Aktivitäten und konsequenter Beschlüsse in der Vergangenheit, vielleicht auch mangels Kompetenz und Mut, stehen sie politisch inhaltsleer vor den Wählern. Gleichzeitig ist das aber ein politischer Offenbarungseid.

Da hilft die „verbindende“ Art des Wathlinger Bürgermeisters (und erneuten Bürgermeisterkandidaten (CDU)), wie auf den Wahlplakaten zu lesen, auch nicht weiter. Es ist nicht ansatzweise erkennbar, dass Herr Harms seine diversen Einflussmöglichkeiten auf Gemeinde-, Samtgemeinde- oder Kreisebene gegen die fatalen K+S Pläne und zum Schutz der Bürger genutzt hätte. Ab und an ein paar markige Worte sind da nicht mehr als bloße Sprüche.

Ebenso wenig hilft das mehr als vage Ziel der Wathlinger SPD: „K&S – keine Ortsbelastung durch die zukünftige Nachnutzung der Halde“. Klingt irgendwie gut. „Nachnutzung der Halde“ heißt jedoch nichts anderes, als ihren weiteren Bestand und die geplante Haldenabdeckung zu akzeptieren! Wer die Dörfer um die Halde herum vor dem Verkehr (und den weiteren Gefahren) schützen will, muss - mangels anderer Lösungen - die faktische Deponie aber verhindern. 

Kürzlich haben alle Parteien und Gruppen, die zur Wahl antreten, die Kalihaldenabdeckung in einer Umfrage abgelehnt. Ist das ernst zu nehmen oder nur dem Druck der öffentlichen Meinung geschuldet? Zitat Harms aus der Celleschen Zeitung vom 29.03.2014 zur geplanten „Kalibergbegrünung“: „ein großer Sieg für Wathlingen“(!)

Natürlich dürfen Politiker ihre Meinung zur Haldenabdeckung ändern. 

Meinungsänderungen müssen allerdings nachvollziehbar und glaubhaft erfolgen. Vor allem aber muss sich jeder an seinen Taten messen lassen. Und wie sehen die Taten der politischen Mehrheit in den Gemeinderäten aus? Seit Jahren werden 2 (!) Rechtsanwälte teuer bezahlt, die aber gar nicht richtig arbeiten dürfen und Statisten ähneln. Jedenfalls hat es nicht gereicht, 

• um gegen die gefährliche weitere Flutung des Kalibergwerkes vorzugehen

• um die Rohrleitung zur Fuhse für Sickerwässer der Haldendeponie zu blockieren

• um die Planung für die Nutzung des heutigen Kalihaldengeländes im Sinne von 

  Natur und Bürgern zu ändern (Flächennutzungsplan)

• um K+S endlich die Gemeindegrundstücke an der Halde wirksam zu verweigern

Bleiben Sie kritisch in Ihrem wichtigen Amt als Bürger. Wer neben einer Kalihalde schläft, wacht schließlich neben einer Deponie auf!