WIETZE. Auf den offenen Brief mehrerer Wolfsberater zur Entscheidung von Umweltminister Olaf Lies (SPD), den Wolfsrüden „GW717m“ zu töten weil er für mehrere Weidetierrisse, darunter auch ein Pony, verantwortlich sei, haben jetzt die Weidetierhalter Deutschland (WNoN) und die Bürgerinitiative „für wolfsfreie Dörfer“ aus dem Landkreis Celle – ebenfalls mit einem offenen Brief – geantwortet. Darin heißt es ungekürzt und unkommentiert:

„Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Betroffenheit haben wir den ‚Offenen Brief‘ von einigen Wolfsberatern an Herrn Lies zur Kenntnis genommen. Seine Entscheidung, den Rüden des Rodewalder Rudels zu entnehmen, halten wir für fachlich angemessen. Mit dem Brief soll öffentlicher Druck erzeugt werden. Ist das die Aufgabe eines Wolfsberaters, in dieser Form in der Öffentlichkeit zu agieren? Auch wenn nicht alle Wolfsberater mitgezogen sind, wird die Aussage im Brief doch auf alle übertragen. In Linsburg hat Herr Lies die Neutralität der Wolfsberater gefordert und dass man seinen Vorgaben zum Thema folgt. Nun ein „offener Brief“ einiger seiner Wolfsberater weil die Lösung nicht auf deren Zustimmung trifft?

Durch den Brief einiger Wolfsberater wird der Eindruck erweckt, der Minister und sein Stab seien nicht in der Lage, die vorliegenden Ergebnisse richtig zu bewerten. Dies sehen wir anders.

Minister Lies hat nun endlich wahrgemacht, was er auf vielen Veranstaltungen versprochen hat, nämlich zu handeln, wenn es notwendig ist. Es kann nicht sein, dass sich ein Wolfsrudel auf Haustiere spezialisiert und sämtliche Zäune überwindet, auch diejenigen, die von den Wolfsberatern und dem Wolfsbüro bisher als „wolfssicher“ propagiert und selber aufgestellt wurden. Es darf nicht sein, dass sich ein Wolfsrudel an Schafen, Rindern, Pferden und Alpakas in der Nähe eines Waldkindergartens gütlich tut. Hier musste der Minister im Sinne der Gesamtakzeptanz des Wolfes in unserer Natur folgerichtig handeln und die Entnahme beschließen.

Die Qualifikation der mitwirkenden Berater, Biologen und Juristen im Umweltministerium wird von den unterzeichnenden Wolfsberatern in ihrem Brief in Frage gestellt. Sie fordern weitere Stellungnahmen vom Wolfsbüro und von der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf, DBBW. Wozu dies führt und was hierbei zu erwarten ist, haben wir unter anderem bei der Beurteilung des Cuxhavener  Rudels gesehen, wenn einseitig Interessen gerichtete Wissenschaftler Praktiker beraten sollen und über das Leben der Menschen und Tiere auf dem Land mitentscheiden.

Diese Wolfsfachleute werden niemals eine Entnahme befürworten, sondern immer den Fehler bei den Tierhaltern und Menschen auf dem Land suchen, die ihre Tiere vermeintlich nicht genügend absichern. Doch einen absoluten Schutz gibt es nicht und im Falle des Rodewalder Rudels ist der Lernerfolg der Wölfe an der Zahl der Risse messbar. Welche Position haben Wolfsberater, dass sie den Minister auffordern sich zu rechtfertigen? Sind das wirklich die Wolfsberater, die Weidetierhalter neutral beraten und vertrauensvoll mit ihnen und ihren berechtigten Sorgen umgehen? Oder sind diese Wolfsberater Interessengesteuert und stellen den Wolf über den Menschen?

Wir als Weidetierhalter Deutschland (WNoN.de) und die Bürgerinitiative „für wolfsfreie Dörfer“ sehen das mittlerweile sehr kritisch.

gez. Gina Strampe, Weidetierhalter Deutschland (WNoN)
gez. Anne Friesenborg, Bürgerinitiative „für wolfsfreie Dörfer“

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