WIETZE. Die Kleinstadt Wittstock/Dosse in Brandenburg war das Ziel einer Abordnung der Bürgerinitiative (BI) Wietze, die sich gegen den Betrieb eines Geflügelschlachthofes in Wietze engagiert. Sie folgte damit einer Einladung der Wittstocker „Bürgerinitiative contra Industriehuhn“ anlässlich des fünfjährigen Bestehens dieser Gruppierung.

Dazu teilt die BI Wietze mit: „Seit über vier Jahren haben Bürgerinnen und Bürger aus Wittstock unter dem Motto: ‚Für klare Seen, reine Luft und artgerechte Tierhaltung‘  zusammen mit dem NABU erfolgreich die Inbetriebnahme eines 380.000er-Hühner-Maststalls des Rothkötter Konzerns in Groß Haßlow, einem Ortsteil Wittstocks, verhindert. Die dort ‚produzierten‘ Tiere sollten dem ebenfalls von Rothkötter betriebenen Schlachthof in Wietze zugeliefert werden. Dank des großen Engagements der BI Wittstock und einer starken Anwaltskanzlei konnten bisher vier Gerichtsverfahren zu Gunsten der Menschen im Umland und für eine saubere intakte Natur entschieden werden. Einem abschließenden Verfahren vor dem Oberverwaltungsgericht in Leipzig sehen die Aktivisten mit großer Zuversicht entgegen.

Der Superintendent des Kirchenkreises Wittstock-Ruppin, Matthias Puppe, legte ein klares Bekenntnis der Kirche pro Bürgerinitiative ab. Die Landessynode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz habe sich schon 2014 gegen die industrielle Massentierhaltung ausgesprochen, weil sie in ihr eine ‚Bedrohung der Schöpfung‘ sehe. Die ’notwendige Ehrfurcht vor dem Leben‘ werde verletzt. Deshalb seien die Kirchengemeinden gehalten, kein kircheneigenes Land für solche Zwecke zur Verfügung zu stellen, sagte Puppe. In einem Erfahrungsaustausch der beiden Bürgerinitiativen wurden wirksame Strategien für die juristische Auseinandersetzung mit Großinvestoren ausgetauscht. Das Ziel soll sein: ‚Die Natur als wichtige Stärke der Region – unser Potenzial  für morgen.‘ „

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