WATHLINGEN. Vor kurzem hat die Bürgerinitiative Umwelt Wathlingen Bürger in Nienhagen und Wathlingen daüber informiert wie diese „hinsichtlich des Anlieferverkehrs zur geplanten Kalihaldenabdeckung mit angeblichen Verkehrslenkungskonzepten beruhigt werden sollen“, so die stellvertretende BI-Vorsitzende Sanna Gutzeit. Nach ihrer Überzeugung  ist die geplante „Verkehrslenkung“ weder überprüfbar noch durchsetzbar.

Das Planfeststellungsverfahren für die Abdeckung läuft bereits. Aus den Unterlagen dazu ergibt sich für den Pressesprecher der Bürgerinitiative, Holger Müller, dass das Betreiberunternehmen „K+S offensichtlich plant, Halden- und Produktionswässer von anderen Standorten aus Niedersachsen, Hessen und Thüringen per Lkw zur Versenkung in das ehemalige Bergwerk nach Wathlingen zu transportieren.“ Dazu könnten nach seiner Überzeugung auch noch andere flüssige Abfälle, „beispielsweise – gegenüber Asse-Wasser rund 100fach stärker radioaktiv belastete – Schlämme aus der Rauchgasreinigung, kommen“.

„Somit kommt über den Anlieferverkehr zur Haldendeponie hinaus noch mehr Lkw Verkehr auf Nienhagen, Wathlingen und Hänigsen zu“, folgert Müller. Gutzeit findet das besonders schlimm, weil „mit technisch möglichem Rückbau und Versatz der Halde in das ehemalige Bergwerk doch eine umwelt- und menschenfreundliche Alternative zur Verfügung steht“. Um die Menschen und ihre Umwelt vor den drohenden Gefahren und Belästigungen zu schützen, dürften Gemeinderat und Bürgermeister Torsten Harms die Gemeindegrundstücke an der Halde für die Abdeckung auf keinen Fall zur Verfügung stellen, fordert Gutzeit.

„Wir haben Herrn Harms aufgefordert, entsprechend seiner Zusage aus der letzten Bau- und Umweltausschusssitzung endlich Einsicht in den Schriftverkehr mit der Rechtsanwältin wegen der Beurteilung von Enteignungsmöglichkeiten zu gewähren. Es kommt aber nur Schweigen“, empört sich Müller. Er vermutet, dass Harms die Grundstücke unbedingt zur Verfügung stellen will oder sogar schon veräußert hat.  Einen Antrag der Bürger auf Einsicht in die entsprechenden Grundbücher habe der Bürgermeister ohne stichhaltige Begründung abgelehnt.

„Wir wissen bisher nicht einmal, ob im Rat oder im Verwaltungsausschuss über die Frage einer Veräußerung entschieden werden soll“, kritisiert Gutzeit. Die „Heimlichtuerei des Bürgermeisters“ bezeichnen Gutzeit und Müller als „skandalös und eine Unverschämtheit den Bürgern gegenüber“. „Informationen zu den Gemeindegrundstücken, also den Grundstücken der Bürger, dürfen doch kein Geheimnis sein“, empören sich die BI-Vorstandsmitglieder.

Für die Bürgerinitiative stellt sich die drängende Frage, „was Bürgermeister Harms zu verbergen hat“. Dies umso mehr, nachdem kürzlich bekannt geworden sei, dass ein von K+S sehr wahrscheinlich ebenfalls benötigtes Grundstück an der Halde „dem Parteifreund von Harms, Ratsmitglied und stellvertretenden Bürgermeister Kesselhut gehört“. „Laut der Antragsunterlagen soll schon vor Beginn des Verfahrens ein Optionskaufvertrag abgeschlossen worden sein“, erklärt Müller.

Die Bürgerinitiative will ihre Forderung nach Transparenz und Entscheidungen im Interesse der Bürger auf einer Demonstration gegenüber Gemeinderat und Bürgermeister anlässlich der nächsten Bau- und Umweltausschusssitzung am Montag, 29.01.2018, um 16.30 Uhr, vor dem 4 G-Park in Wathlingen, Kantallee, bekräftigen. Alle BürgerInnen aus Wathlingen und den angrenzenden betroffenen Gemeinden sind herzlich eingeladen, teilzunehmen.

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