Bürgermeisterkandidatin der Gemeinde Südheide im Interview

Politik Von Susanne Zaulick | am Fr., 08.01.2021 - 16:57

SÜDHEIDE. Katharina Ebeling wird wohl die nächste Bürgermeisterin der Gemeinde Südheide werden. Der Wahlausschuss der Gemeinde hat gestern beschlossen, die von der CDU nominierte Kandidatin zur Wahl zuzulassen. Sie ist damit die einzige Kandidatin. Für ihre Wahl benötigt sie mehr Ja- als Neinstimmen, unabhängig von der Wahlbeteiligung. Wahlleiter Stefan Isler ruft die BürgerInnen ausdrücklich dazu auf, von ihrem Wahlrecht Gebrauch zu machen.

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage hat er heute Morgen die Wahl als Briefwahl angeordnet. Wahltermin ist der 21. Februar. Die Wahlunterlagen werden allen Wahlberechtigten im Laufe des Monats Januar zugestellt. Ein Antrag muss dafür nicht gestellt werden. „Ich rechne damit, dass die Unterlagen ab dem 22.01.2021 versendet werden können. Zurückgehende Wahlbriefe können bis zum 21.02.2021 um 18 Uhr in die Briefkästen der Rathäuser der Gemeinde Südheide eingeworfen werden oder per Post zurück an die Gemeinde gesandt werden“, erläutert Isler. Die Auszählung der Unterlagen findet im Anschluss daran im Bürgerhaus Unterlüß statt.

Die Kandidatin Katharina Ebeling, 47 Jahre alt und als Leiterin des Fachbereichs „Bauen“ im Hermannsburger Rathaus beschäftigt, erläutert im CELLEHEUTE-Interview, warum sie sich mit der CDU identifiziert, wie sich ihre beruflichen Ziele entwickelt haben und warum sie Bürgermeisterin ihrer Heimatgemeinde werden möchte.

 

Frau Ebeling, Sie sind die einzige Kandidatin für das Bürgermeisteramt in der Gemeinde Südheide und werden, wie es aussieht, von nahezu allen politischen Lagern unterstützt. Ist Parteipolitik ein überholtes Modell? 

Nein, das finde ich nicht. Obwohl eine Bürgermeisterin überparteilich zum Wohle aller Bürgerinnen und Bürger sachgerecht zu handeln hat, halte ich die Parteien zur politischen Willensbildung – auch im Bereich der kommunalen Selbstverwaltung – für erforderlich. Diese Aufgabe ist bereits im Grundgesetz (Artikel 21) verankert. Darüber hinaus sind Parteien ein Spiegel der Gesellschaft.

Welche Rolle spielt die CDU, die Sie als Kandidatin nominiert hat, für Ihre Bewerbung als Bürgermeisterin? 

Ich bin seit mehreren Jahren Mitglied in der CDU, die als Partei meinen eigenen Vorstellungen am nächsten kommt.

Können Sie das etwas konkreter beschreiben?

Die Grundsätze der CDU sprechen mich an. Anlass für den Beitritt war für mich der Solidaritätsgedanke der Flüchtlingspolitik. Zudem ist es mir ein Anliegen, durch die umwelt- und klimaschutzrechtlichen Ziele die Natur- und Landschaft zu bewahren.

Wie sieht Ihr „Wahlkampf“ derzeit aus?

Wegen der Regelungen im Zusammenhang mit den restriktiven Maßnahmen zur Eindämmung von Corona-Infektionen ist der Wahlkampf, wie die Wählerinnen und Wähler ihn eigentlich erwarten könnten natürlich nicht möglich. Üblicherweise ist ein Wahlkampf eine politische Auseinandersetzung von zwei oder mehr Personen, die um die Stimmen der Wählerinnen und Wähler werben. Da ich einzige Kandidatin bin, stelle ich mich ihnen gerne vor und bitte um das Vertrauen und um eine Stimme zur Wahl. Wer ein Interesse hat mehr über mich, meine Motivation, meine Ziele und Schwerpunkte zu erfahren, der schaue gern auf meine Homepage www.ke2021.de. Ein Flyer der an die Haushalte verteilt wird, ist in Vorbereitung. Außerdem bin ich für Fragen auch telefonisch gern ansprechbar unter 0173-6094641.

Sie sind gebürtige Hermannsburgerin und seit 30 Jahren im Hermannsburger Rathaus tätig. Einerseits ist es sicher von Vorteil, viel Fachwissen und Erfahrung aus der Verwaltung mitzubringen. Andererseits könnte man Ihnen vielleicht vorhalten, nicht genügend „über den Tellerrand“ hinausgeschaut zu haben. Haben Sie mal in andere Bereiche oder Berufe „hineingeschnuppert“? 

In anderen Bereichen der Verwaltung habe ich im Rahmen meiner sogenannten informatorischen Beschäftigungszeit im Zuge der Vorbereitung zur Verbeamtung beim Landkreis Uelzen und bei der Landwirtschaftskammer – der Bewilligungsstelle – in Nienburg gearbeitet. Außerdem habe ich im Zusammenhang mit der interkommunalen Zusammenarbeit (z.B. Leader Region) Einblicke in die Strukturen und Handlungsweisen anderer Kommunen erhalten.

Welcher Beruf wäre für Sie nach der Schule noch in Frage gekommen?

Ich habe mich seinerzeit noch bei Geldinstituten und Krankenkassen beworben.

Und was hat dann den Ausschlag für die Verwaltung gegeben?

Ein Praktikum beim Evangelisch-Lutherischen Missionswerk in der Zentrale in Hermannsburg.
Der dort gewonnene Eindruck von Verwaltungsarbeit war vielseitig und hat mein Interesse geweckt.

Was gefällt Ihnen an den Ortschaften der Gemeinde Südheide?

Alle acht Ortschaften haben ihren eigenen Reiz und ihre Alleinstellungsmerkmale. Jede für sich ist historisch gewachsen und hat sich immer weiterentwickelt. In allen Ortschaften sind intakte Dorfgemeinschaften, Ortsfeuerwehren und weit über 100 Vereine und Zusammenschlüsse aktiv und bringen sich auf vielfältige Weise in das gesellschaftliche Leben ein. Sie stehen für mich für Vielfalt und das gute Miteinander, dadurch wird das Leben hier in unserer ländlichen Region bereichert.

Sehen Sie auch Nachteile oder Schwächen der Gemeinde und ihrer Ortschaften?

Da habe ich nichts Negatives vorzubringen. Vielmehr ist es mein Ansatz den Charakter jeder einzelnen Ortschaft zu bewahren und deren Stärken herauszuarbeiten und zu fördern. Jede Ortschaft soll sich innovativ und offen zeigen für neue Impulse, um sich optimal als Wirtschafts- und Bildungs- sowie Arbeits-, Wohn- und Lebensort präsentieren zu können.

Was können und wollen Sie als Bürgermeisterin für die Entwicklung der Gemeinde Südheide tun?

Die Antwort ergibt sich im Wesentlichen bereits aus der Beantwortung der vorstehenden Frage. Insgesamt ist darauf hinzuweisen, dass die Gemeinde nach meiner Einschätzung gut aufgestellt ist. Natürlich gibt es immer Optimierungsmöglichkeiten. Diese gilt es im gemeinsamen Miteinander zu erkennen und zu nutzen. Darüber hinaus ist es wichtig, künftige Entwicklungsmöglichkeiten zu erkennen und aufzugreifen.
 

„Ein Netzwerker“ - Rat Südheide verabschiedet Axel Flader 

SÜDHEIDE. Seit 2009 hat er die Geschicke der Gemeinde Hermannsburg - seit 2015 der Gemeinde Südheide - als Bürgermeister geleitet. Gestern Abend wurde Axel Flader von den Ratsmitgliedern offiziell verabschiedet. Seit 1. Oktober ist er als Sozialdezernent beim Landkreis tätig.
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